
Der Rasenplatz an der Sondershausenstraße war seit Donnerstag gesperrt …
… und da die gastgebende SG Westend nicht auf dem eigenen Hartplatz spielen wollte, fragte man beim benachbarten Gruppenligisten Spvgg. 02 Griesheim an, ob man das Kreisoberliga-Spiel womöglich auf dem Kunstrasenplatz an der zwei Kilometer entfernten Eichenstraße austragen könne.
Die Griesheimer stimmten dem Ansinnen zu, allerdings erst nach Beendigung der Partie der eigenen Reserve, die vorher um 14.30 Uhr in der Kreisliga A im Einsatz war. Da auch Viktoria Preußen einverstanden war, stand einer Verlegung der Begegnung auf den neutralen Platz nichts mehr im Wege. Den Gästen von der Hügelstraße kam das Ansinnen Westends im Abstiegskampf durchaus entgegen, gaben doch die “Hausherren“ ihren Heimvorteil ab. So entwickelte sich auf dem schnellen Kunstrasen ein unterhaltsames Spiel, in dem Westend mehrfach alle Trümpfe in der Hand hatte. Die Mannschaft von Trainer Ramiz Demir führte drei Mal und musste sich doch mit einem Remis begnügen. In Überzahl schafften die Gäste zum dritten Mal den Ausgleich zum 3:3-Endstand.
Westend geht drei Mal in Führung
Beide Mannschaften lieferten sich vom Anpfiff weg ein weitgehend ausgeglichenes Duell, das enorm von seiner Intensität lebte. Westend präsentierte sich ein Stück weit zielstrebiger und war stark darum bemüht, das Mittelfeld schnell zu überbrücken, sowie das Geschehen in den gegnerischen Strafraum zu verlagern. Über die Außenbahnen sorgten die “Gastgeber“ dann auch für Betrieb und kamen so zur ersten dicken Chance des Spiels, die sie gleich durch Abdelhadi Assim zum 1:0 nutzten. Gegen Ende der ersten Hälfte zeigte sich die Westend-Abwehr nur kurz unsortiert und auf einmalfiel der Ausgleich durch Daniel Rother zum 1:1-Halbzeitstand. Westend-Trainer Ramiz Demir reagierte noch vor dem Seitenwechsel und brachte mit Petar Sabljic, der für Belmin Dazanovic kam, eine zweite echte Spitze. Das zeigte Wirkung, denn Westend war fortan präsenter und entwickelte deutlich mehr Druck.
Nach Wiederanpfiff machte Westend dort weiter, wo sie zuvor aufgehört hatten. Die Gelb-Blauen marschierten nach vorne und drängten mit aller Macht gegen nun extrem tief stehende Gäste auf den Führungstreffer. Dann aber tauchte Assim vor Preußen-Torhüter Rachid Döring auf und gab diesem mit dem 2:1 das Nachsehen. Fast postwendend glich Kofi Darko Wilson für die Mannschaft von Trainer Ramzi Kallel zum 2:2 aus. Die Kräfteverhältnisse verlagerten sich wieder ein wenig zu Gunsten Westends – das Match war jetzt völlig offen. So stürmte der Tabellenfünfte munter weiter und ging durch Petar Sabljic mit dem 3:2 ein drittes Mal in Führung. In der 78. Minute ging Assim jedoch zu stürmisch in den Zweikampf und beging ein Foulspiel. Bitter, denn der Flügelspieler hatte schon Gelb gesehen und musste so frühzeitig mit der Gelb-Roten Karte runter. Die Preußen durften die Schlussphase demnach mit einem Mann mehr bestreiten. Und so setzte es den dritten Nackenschlag in Form des erneuten Ausgleichs. Wilson rettete den abstiegsgefährdeten Gästen mit seinem zweiten Treffer das beachtliche Remis. Damit gaben sich dann beide Mannschaften zufrieden, sodass es schlussendlich beim leistungsgerechten Remis blieb.
Unschöne Szenen nach dem Abpfiff
Westend “Guru“ Esad Golos war nicht gut auf Schiedsrichter Karsten Kostka zu sprechen: “Er hat in der entscheidenden Phase zwei Elfmeter an Zemanic und Izberovic nicht gepfiffen. Der Schiri wollte uns diese zwei Elfer nicht geben“, schimpfte der Präsident und fügte hinzu: “Es war ein gutes Spiel von beiden Mannschaften. Die Preußen haben mich stark beeindruckt und waren auf Augenhöhe“. Westend beendete die Begegnung mit nur neun Akteuren, nachdem in der Nachspielzeit auch Kapitän Mirsen Mustajbegovic die Ampelkarte sah. Was jedoch nach dem Abpfiff geschah, darüber gab es unterschiedliche Schilderungen. Denn der Unparteiische sah sich gezwungen, nach Spielende aufgrund von Tumulten auf dem Platz zwei Spielern noch nachträglich die Rote Karte unter die Nase zu halten. Während Golos berichtete, dass “sich Izberovic und Rother nach dem Spiel in den Haaren hatten“, weil der Gästeakteur seine Spieler “ständig provoziert“ habe, vermeldete Thomas Mahlau, der Fußball-Abteilungsleiter der Preußen: “Das war zum Teil Körperverletzung, was hier vor sich ging. Wir haben einige verletzte Spieler zu beklagen. Fünf Westend-Spieler haben Rother nach dem Abpfiff bis zur Eckfahne gejagt. Izberovic hat zu einem Faustschlag ausgeholt, unser Spieler Rother war alleine gegen fünf und hat sich mit einem Fußtritt gewehrt“.
Der Referee zeigte beiden Akteuren “Rot“. „Das werden wir nicht hinnehmen. Rother wurde verfolgt und musste sich wehren“, kündigte Mahlau einen Protest gegen die Rote Karte an und meinte, dass schon im Spielgeschehen “mehr Westend-Spieler hätten vom Platz fliegen müssen“. Der Schiedsrichter wird die Vorkommnisse in einem Sonderbericht an den Klassenleiter zusammenfassen. Golos wollte die Vorfälle nicht rechtfertigen, fügte aber vielsagend an: “Wir haben viele Spieler aus dem ehemaligen Jugoslawien. Das sind keine Studenten, sondern sie arbeiten hart auf Baustellen. Da kann mal die eine oder andere Sicherung durchbrennen. Aber das ist eigentlich ein Punkt, wo wir nicht mehr hinkommen wollten“. Zum Sportlichen meinte Mahlau: “Wir haben uns nie aufgegeben und vom Einsatzwillen her eine Topleistung gezeigt“.
Tore: 1:0 Abdelhadi Assim (10.), 1:1 Daniel Rother (37.), 2:1 Abdelhadi Assim (54.), 2:2 Kofi Darko Wilson (57.), 3:2 Petar Sabljic (64), 3:3 Kofi Darko Wilsdon (79.)
Gelb-Rote Karten: Abdelhadi Assim (Westend/78.), Mirsen Mustajbegovic (Westend/90.+1).
Rote Karten: Sadat Izberovic (Westend), Daniel Rother (Preußen), beide im Zuge von Ausschreitungen nach Spielende.
Quelle: Torgranate (Pedro Acebes)
“Preußen II“ verdienter Sieg

Özen erzielte den Treffer des Tages nach 52 Minuten. Von den Gastgebern kam anschließend wenig, ihnen gingen mit zunehmender Spieldauer die Kräfte aus. Die Bosnier dezimierten sich zudem durch eine Gelb-Rote Karte für Harabadjiu (67.). “Der Sieg für den Gegner war aufgrund der zweiten Halbzeit verdient“, gab Bosniens Pressewart Asmir Husanovic zu.
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Quelle: FNP (sus)


