
Der SV Viktoria Preußen ist am Dienstagabend etwas überraschend in das Kreispokal-Halbfinale eingezogen. Der Kreisoberligist setzte sich gegen den klassenhöheren Gruppenligisten Spvgg. 02 Griesheim mit 2:0 (1:0) durch und warf damit den Favoriten aus dem innerstädtischen Pokalwettbewerb.
Bei den Gästen war Trainer Paul Petrina am Dienstag einige Stunden vor dem Anpfiff des Pokalspiels von seinen Aufgaben entbunden worden. Das Team wurde vom Sportlichen Leiter Farid Asghir und von Co-Trainer Thomas Horn betreut. Die Gastgeber nutzten während der 90 Minuten ihre Möglichkeiten eiskalt aus, im Gegensatz zu den Gästen, die im ersten Durchgang dominierten und zahlreiche Großchancen auf eine mögliche Führung liegen ließen. „Wir haben 35 Minuten gut gespielt, aber die Preußen hatten immer einen Fuß dazwischen. Da hätten wir klar führen müssen“ konstatierte hinterher der Griesheimer Verantwortliche Farid Asghir.
Tatsächlich starteten die “Schleifer“ mit Schwung ins Spiel, die ersten Minuten gehörten den Gästen. Gleich in der 7. Spielminute ergab sich für die Griesheimer eine Zweifachchance, aber erst wurde Pompeo de Angelis abgeblockt und dann auch Mirko Budimir, denn die Preußen standen gut in der Verteidigung. Zwar probierten es die Gäste auch mit Fernschüssen wie mit Mohamed Akil aus 30 Metern oder durch de Angelis aus 20 Metern, aber der Favorit war nicht zielstrebig genug. Die Gastgeber zeigten sich davon unbeeindruckt und erspielten sich nun selbst Chancen. Doch sowohl Bramont Maique Coelho als auch Karim Zine im Nachschuss scheiterten an Griesheims Torwart Timo Brandenburger. Kurz vor der Pause gelang dem Außenseiter dann die Führung. Nach einem Eckball von der linken Seite stieg Daniel Rother am höchsten und köpfte zum 1:0 für Viktoria Preußen ein (38.). Den Gästen fehlte es an der passenden Antwort, de Angelis vergab den Ausgleich Sekunden vor der Halbzeit.

Ogbasilase macht die Überraschung perfekt
Den besseren Start in den zweiten Durchgang hatten die Gastgeber. Binnen weniger Sekunden knallten die Preußen in der 57. Minute den Ball gleich zweimal gegen die Latte. Erst traf Coelho den Querbalken und im Nachschuss auch Zine. Wer nun einen Sturmlauf des Gruppenligisten erwartet hatte, der wurde enttäuscht. Die Preußen machten es den Gästen mit ihren kompakten Mannschaftsteilen weiterhin schwer, die 02er waren zwar bemüht, doch es gab kein Durchkommen. In der Folge ging Griesheim mehr Risiko, dies bescherte den Preußen Raum für Konter, doch diese spielten die Hausherren nicht gut genug aus. Zine, Coelho und der eingewechselte Kadir Özen hätten nach Alleingängen das Halbfinale schon zementieren können. Auf der Gegenseite parierte Preußen-Tormann Rachid Döring einen gefährlichen Freistoß von de Angelis, den Nachschuss setzte Budimir über den Kasten. Defensiv ließ der Kreisoberligist danach nichts mehr anbrennen und konterte am Ende doch noch erfolgreich. Jonatan Ogbasilase erlöste in der 90. Minute die nur 45 Zuschauer bei Minustemperaturen mit dem 2:0 aus 18 Metern Torentfernung.
Thomas Mahlau: “Viel mehr Engagement als in den Punktspielen“
Der Erfolg der Gastgeber überraschte um so mehr, weil die Preußen in der Kreisoberliga mitten im Abstiegskampf stecken. Thomas Mahlau, der Fußball-Abteilungsleiter der Hausherren konstatierte: “Ich habe heute viel mehr Engagement gesehen als in den Punktspielen. Das Coaching der Akteure untereinander hat mir gefallen. Jeder hat sich gegenseitig motiviert, jeder hat Willen gezeigt und das wollen wir sehen“. Der Gegner im Halbfinale resultiert aus der Begegnung zwischen A-Ligist JuZ Fechenheim und KOL-Ligist SV Griesheim Tarik. Somit wird in dieser Saison mindestens ein Kreisoberligist im Finale stehen. “Der Kreispokal ist eine Prestigesache. „Die Preußen waren schon seit langem nicht mehr im Halbfinale“, freute sich Mahlau über den Pokalcoup. Auch Farid Asghir erkannte die Leistung des Außenseiters an: “In der zweiten Halbzeit war kein Klassenunterschied zu sehen“.
Stenogramm:
SV Viktoria Preußen: Döring; Trulli, Mintzas, Barkok, Johnson (76. Özen), Zine (59. Batan), Rother, Coelho, Guhlke (87. Schweitzer), Hermann, Ogbasilase – Trainer: Ramzi Kallel
Spvgg. 02 Griesheim: Brandenburger; El Fechtali (60. Naziri), Jung, Becker (90. Garces Tesado), Akil, Mesanovic, Sikorski (82. Camo), Budimir, Camo (60. Petos), Wille, De Angelis – Trainer: Farid Asghir
Tore: 1:0 Daniel Rother (38.), 2:0 Jonatan Ogbasilase (90.)
Quelle: Torgranate (Pedro Acebes)


