
Morgens zu laut, abends zu lange hell: Anwohner der Sportanlage Hügelstraße haben sich im Ortsbeirat 10 über Turnierlärm und das Flutlicht des SV Viktoria Preußen 07 beschwert. Das Sportamt will nun die Technik überprüfen.
Vereinzelte Beschwerden gegen den SV Viktoria Preußen 07 habe es in den vergangenen Jahren schon gegeben, berichtet Kurt Schomburg, SPD-Mitglied im Ortsbeirat 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim). Nach dem letzten, gut besuchten Fußball-Pfingstturnier an der Sportanlage Hügelstraße mehrte sich aber der Ärger der Anwohner aus der Sigmund-Freud-Straße: Schon früh morgens sei die Musik viel zu laut gewesen, Gleiches gelte für andere Veranstaltungen am Abend. Außerdem störe bei Dunkelheit, also insbesondere in den Wintermonaten, das Flutlicht, weil es in Wohn- oder Schlafzimmer hineinscheine.
“Die Bürger sind nicht gegen das Turnier oder den Verein ? “, erklärt Schomburg: “Man hat aber den Eindruck, dass der Lärm beim Pfingstturnier von Jahr zu Jahr zunimmt.“ Es stelle sich somit die Frage, ob der Lärmpegel an Feiertagen und Abenden sowie die Intensität der Flutlichtmasten rechtlich zulässig seien und ob der Winkel des Flutlichts falsch eingestellt wurde. Abgesehen davon, so Schomburg, spielten öffentliche Finanzen eine Rolle, schließlich zahlen Sportvereine nur fünf bis 15 Prozent ihrer Stromrechnung selbst. Der Rest werde von der Stadt und somit vom Steuerzahler subventioniert. Aus all diesen Gründen verfasste die SPD eine entsprechende Anfrage an den Magistrat, die in der letzten Sitzung des Stadtteilparlaments vor der Sommerpause bereits diskutiert wurde, in der nächsten Sitzung aber noch einmal auf die Tagesordnung kommt.
Verein wundert sich
Uwe Henß, Vorsitzender bei Viktoria Preußen, wundert sich nun über den Zeitpunkt der Beschwerden. “Ich verstehe nicht, warum auf einmal so eine Aufregung herrscht“, sagt er. Unverständlich sei zudem, warum nun gleich ein Antrag des Ortsbeirats nötig wäre.
Grundsätzlich sei es richtig, dass “zwei oder drei Mal“ das Flutlicht abends noch angeschaltet war, als keine Mannschaft mehr auf dem Platz trainierte. “Das passiert eben mal. Bis allerspätestens 23 Uhr ist das Licht aber aus“, so Henß – auch wenn die erste Mannschaft wegen Sommertemperaturen erst später mit dem Training beginne. Dass die Lichtwinkel falsch eingestellt seien, kann er sich aber nicht vorstellen: “Die Flutlichtmasten stehen seit zehn Jahren so“, berichtet der Vereinsvorsitzende
Permanente Beschwerden
Die Richtigkeit zu lauter Beschallung mit Musik und Sprecher-Durchsagen beim Pfingstturnier räumt Henß hingegen teilweise ein: “Es war tatsächlich ein bisschen zu laut am Morgen.“ Der zuständige Betreuer habe die Technik “nicht vollständig unter Kontrolle“ gehabt. Mittlerweile sei das Problem aber besprochen und gelöst.
“Nicht so schlimm, aber ärgerlich“, findet Henß derweil die bisherigen Folgen des Konflikts: “Wir erhalten permanent Beschwerden.“ Am 10. Juli etwa klagten Anwohner beim Ordnungsamt über zu laute Beschallung, diesmal wegen einer Betriebsfeier mit Live-Musik.
Vom Ordnungsamt hatte der Verein zuvor Auflagen für zulässige Dezibelzahlen und Zeiten anhand der ohnehin gültigen Sportanlagenlärmschutzverordnung erhalten, die es einzuhalten gilt. “Wir hatten aber kein Messgerät, um das zu überprüfen“, so Henß. Weil das Ordnungsamt um 18 Uhr drohte, die Audiokabel “einzuziehen“, wurde das Konzert schließlich abgebrochen.
“In Zukunft machen wir das nicht mehr. Feiern müssen dann ohne Livemusik auskommen“, resümiert Henß. Turniere und andere Sportveranstaltungen müssten nun umgestaltet werden, um ohne laute Musik oder Durchsagen auszukommen. Möglich sei auch, Lautsprecherboxen anders aufzustellen und zu justieren. An schwere finanzielle Einbußen, weil das Gelände seltener für Feiern vermietet wird, glaubt Henß aber nicht.
Das Sportamt plant indes, die Flutlichtmasten zu überprüfen. “Es ist spekulativ, aber möglich, dass Glühbirnen bei Reparaturen mit zwei Grad nach links oder rechts angebracht wurden und daher eine andere Wirkung erzielen“, sagt Marcus Benthien, Abteilungsleiter Sportplätze und Stadien. Beschwerden über Flutlicht kämen ihm aber selten unter: “In acht Jahren kam das vielleicht drei Mal vor“ – obwohl er seitdem 60 Frankfurter Liegenschaften verwalte.
Bericht: Thorben Pehlmann (FNP)
Fotos: Peter Lorenz (Öffentlichkeitsarbeit)
















