
Der SV Griesheim Tarik bleibt in der Kreisoberliga Frankfurt ein heißer Kandidat auf den Aufstieg in die Gruppenliga Frankfurt West. Der Aufsteiger setzte sich am Dienstagabend mit einem 2:1-Auswärtssieg beim SV Viktoria Preußen durch und landete den 17. Saisonsieg.
Die Partie war bereits am 20. März schon einmal ausgetragen worden, der damalige 3:1 Sieg der Griesheimer war nachträglich wegen des sogenannten “Phantomtores“ von Issam Chami anulliert worden. In der Neuauflage der Begegnung bestätigten die Gäste von der Griesheimer Lärchenstraße ihren damaligen Auswärtssieg. Für Viktoria Preußen ist nach der elften Niederlage in dieser Spielzeit der Zug in Richtung Aufstiegsrunde abgefahren. Neun Punkte Rückstand auf Rang zwei dürften in den letzten vier Spielen realistisch gesehen nicht mehr aufzuholen sein. Somit können die Preußen schon jetzt für ihr drittes Kreisoberligajahr nach dem Abstieg aus der Gruppenliga 2014 planen.
Trainerwechsel beim SV Griesheim Tarik – Kassem Loune entlassen
Bei den Gästen musste am Sonntag nach dem 3:3 im Heimspiel gegen den VfR Bockenheim Trainer Kassem Loune seinen Hut nehmen. “Wir haben uns von unserem Trainer getrennt. Die Mannschaft und auch ich waren zuletzt nicht mit ihm zufrieden. Ich möchte in Zukunft mehr auf die Jugend setzen, der Coach hatte andere Ansichten“, begründete Griesheim Tariks Sportlicher Leiter Hamza Azaoum den Trainerwechsel kurz vor Saisonende beim Tabellendritten, der das Team bis zum Ende der Saison selbst betreut. Für die neue Saison hat der Klub bereits einen neuen Coach an der Angel, der nach Saisonende bekannt gegeben wird.
El Krafess bringt Tarik in Führung
Beide Teams wollten auf dem Kunstrasenplatz an der Hügelstraße mit unterschiedlichen Marschrouten zum Erfolg kommen. Während die Gastgeber das Spiel gestalteten und ein Plus an Ballbesitz hatten, verlegten sich die Gäste auf schnelle Gegenangriffe. Auch ohne den gesperrten Torjäger Fikri El Haj Ali und den abwesenden Spielmacher Mohamed Darray kamen die Griesheimer zu ersten Chancen – Amin Anedam schoss über das Tor und nach einem Zuspiel von Kadir Sarikaya zu Ahmet Keser zielte der Offensivmann am Tor der Preußen vorbei, das mal wieder von Karim Zine, einem gelernten Feldspieler gehütet wurde. Tarik verteidigte zunächst auch ohne seinen Kapitän Issam Chami gut, der erst später aus beruflichen Gründen zur Mannschaft stieß. Mit einem Freistoß sorgte Mario Gerold zum ersten Mal für Gefahr vor dem Tor von Tarik-Keeper Hamza Elzaar. Wenig später tauchte Ali Shahewer vor dem SVG-Torwart auf, der die Situation bereinigen konnte. Pech hatte Shahewer dann nach einem Eckball, als er per Kopfball den Pfosten traf. Im Gegenzug fiel ebenfalls nach einer Ecke die Führung für die Marokkaner. Nach einer Ecke von der linken Seite stand Youness El Krafess am kurzen Pfosten und köpfte in die rechte Ecke zum 0:1 (24.) – Tarik führte zu diesem Zeitpunkt etwas schmeichelhaft. Und beinahe wäre postwendend der Ausgleich gefallen, Elzaar lenkte einen Gerold-Freistoß mit den Fingerspitzen an die Latte. Die Gäste verwalteten bis zur Halbzeit ihre knappe Führung, von den Gastgebern kam in dieser Phase deutlich zu wenig.
Shabaz gleicht spät aus – El Krafess findet noch die Antwort
Nach dem Seitenwechsel mussten die Gastgeber offensiver werden, die Gäste lauerten weiter auf schnelle Konter und verpassten eine Vorentscheidung. Besonders die Freistöße von Linksverteidiger Renato Trauner waren gefährlich. Einmal musste Zine im Tor der Preußen parieren, als El Krafess zum Kopfball kam. Wenig später war Zine gegen Anedam erneut auf seinem Posten. Auf der Gegenseite sorgte der eingewechselte Ali Shabaz für Gefahr, er schoss aus aussichtsreicher Position über den Kasten. Die Platzherren rannten nun immer wieder an und setzten zu einem Sturmlauf an, die Torchancen konnten sie jedoch nicht verwerten. Das eröffnete den Griesheimern Räume für Konter, erst recht nachdem der bullige Chami in der 76. Minute eingewechselt wurde und von Hamza Azaoum in den Sturm beordert wurde. Bei den Trauner-Freistößen brannte es lichterloh im Strafraum der Gastgeber. Erst parierte Zine, dann verpasste Anas Chamlali nur um Haaresbreite. Vier Minuten vor dem Ende dann doch der Ausgleich für die Preußen. Nach einer Hereingabe von der linken Seite wurde Ali Shabaz von der Tarik-Abwehr sträflich am langen Pfosten freigelassen – der Stürmer traf aus fünf Metern flach zum 1:1-Ausgleich (86.). Doch die Gäste ließen sich nicht beirren und wollten den Sieg mehr. Nach einem Konter über Ahmet Keser traf El Krafess den Pfosten. In der Nachspielzeit konterte Griesheim Tarik erneut über Keser, Zine konnte nur abklatschen und El Krafess traf zum vielumjubelten 2:1 für die Mannschaft von der Lärchenstraße (90./+2). Sonst mussten die Griesheimer oft späte Tore hinnehmen, diesmal gelang ihnen selbst ein wichtiges Tor zu einem späten Zeitpunkt. Schiedsrichter Sacha Schütz hatte Gefallen an der Partie gefunden, denn es war nun ein offener Schlagabtausch. Insgesamt legte der Unparteiische noch acht Minuten Extrazeit drauf und in dieser wäre Shabaz per Direktabnahme fast noch der Ausgleich gelungen, doch Elzaar hielt. Nach spannenden 98 Minuten rissen die Griesheimer die Arme hoch. Sie mischen weiter im Aufstiegsrennen mit, während die Preußen nun raus sind.
Stimmen zum Spiel:
Viktoria Preußens Trainer Nawid Saighani: “Unser Hauptproblem in diesem Spiel war die Chancenverwertung. Wir hatten vier oder fünf hundertprozentige, um in Führung zu gehen. In der zweiten Halbzeit war es ausgeglichen. In den entscheidenden Situationen fehlt uns der Vollstrecker, wir besitzen nicht die Killermentalität und da zeigt sich die Unerfahrenheit“.
Griesheim Tariks Sportlicher Leiter Hamza Azaoum: “Es zählen nur die drei Punkte. Endlich haben wir mal ein Tor in der Nachspielzeit erzielt, nachdem wir in dieser Saison so viele Tore spät kassieren mussten. Es war ein Arbeitssieg, ein Remis wäre gerecht gewesen. Wir wissen, dass wir besser spielen können“.
Die Partie im Stenogramm:
SV Viktoria Preußen: Zine; Mamay, John, Gerold, Weidenhausen, Copik, Lopez, Shahewer (82. Topel), El Mimouni (59. Shabaz), Fazel, Guhlke (90./+5 Shahewer) – Trainer: Nawid Saighani
SV Griesheim Tarik: Elzaar; Trauner, Yilmaz, El Fakiri, Sarikaya, Keser (42. El Bachiri/85. Keser)), Naghala, El Krafess (90./+5 Anedam), Anedam (76. Chami), Douh (70. Lamjahdi), Chamlali – Trainer: Hamza Azaoum
Tore: 0:1 Youness El Krafess (24.), 1:1 Ali Shabaz (86.), 1:2 Youness El Krafess (90./+2)
Quelle: “main-treffer“ (ace)


