
Situation vor der Saison:
Im ersten Jahr nach dem Abstieg aus der Gruppenliga Frankfurt West landete der SV Viktoria Preußen in der Kreisoberliga Frankfurt auf Rang vier mit vier Punkten Rückstand auf Rang zwei, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigte.
Nach dem verpassten direkten Wiederaufstieg gab es durch Zu- und Abgänge einige Veränderungen im Kader der “Preußen“. Trainer Nawid Saighani, der im zweiten Jahr an der Seitenlinie die Verantwortung trägt, erinnert sich an die Zielsetzung: “Der Aufstieg war kein Muss oder keine direkte Vorgabe des Vorstands. Vielmehr hatten wir die interne Zielsetzung, oben mitzuspielen und uns in punkto Aufstieg keinen Druck zu machen“.
Saisonverlauf:
Nach 20 Spieltagen stehen die Preußen auf Rang vier mit 37 Punkten in Lauerstellung und weisen nur einen Zähler Rückstand auf Platz zwei auf, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Gruppenliga Frankfurt West berechtigt. Der Start gelang mit zwei Siegen in Folge, doch danach folgte eine überraschende 3:4-Niederlage bei der TSG 51. Sieg und Niederlage wechselten sich in den folgenden fünf Begegnungen stetig ab. Was den Preußen vor allem fehlte, war die Konstanz in den Ergebnissen. Gab es einmal zwei Siege in Folge, so folgten wieder zwei sieglose Spiele. Eine richtige Siegesserie konnte das Team von Trainer Nawid Saighani nie starten. Es gelang einfach nicht, mehr als zwei Spiele in Folge zu gewinnen. Immerhin schafften es seine Schützlinge, von Ende Oktober bis Ende November in sieben Partien ohne Niederlage zu bleiben. “Durch die vielen Neuzugänge mussten wir uns erst finden. Wir konnten nicht wirklich Konstanz in unsere Leistungen und unsere Ergebnisse bringen. Viele Spiele haben wir unnötig abgegeben. So sind wir keine Spitzenmannschaft, da wir zu unerfahren und zu jung sind. Es fehlen uns die Führungsspieler“, meinte der Coach im Rückblick auf die letzten sechs Monate.
Torjäger und Tendenzen:
Elf Siege, vier Unentschieden und fünf Niederlagen stehen nach 20 Spieltagen für Viktoria Preußen zu Buche. 55 Tore wurden erzielt und das sind die viertmeisten der Liga. Die Anzahl der Gegentore deutet eher auf Mittelmaß hin, denn das sind die achtwenigsten der Liga. Die Tordifferenz von +17 ist eher oberer Durchschnitt, denn gleich sechs Teams haben eine höhere oder gleichwertige Differenz aufzuweisen. Der beste Torjäger der Preußen war neben Hassan “Bona“ Taadou der Japaner Yuto Kama mit neun Treffern, der vor der Saison vom Gruppenligisten SG Bornheim Grün-Weiss an die Hügelstraße wechselte. Nach nur sechs Monaten hat der Mittelfeldspieler den Verein schon wieder verlassen und ist beim Mitte-Verbandsligisten SG Oberliederbach im Gespräch. Hinter diesem Duo positioniert sich in der internen Torjägerliste Stürmer Ibrahim Abbouz mit acht Toren. Aber auch auf den Marokkaner wird Saighani in Zukunft verzichten müssen, da der Spieler sich abmeldete und zum Ligakonkurrenten TuS Makkabi wechselte. Oskar Copik und Mario Sporer folgen mit jeweils fünf Treffern. Mit einem Durchschnittsalter von 23,6 Jahren sind die Preußen die jüngste Mannschaft der Liga. Trainer Saighani setzte insgesamt 23 Akteure ein. „Einen richtigen Torjägertyp haben wir nicht, sondern wir verteilen das auf mehrere Schultern. Unsere Spielausrichtung ist offensiv. Defensiv waren wir nicht immer konzentriert, deswegen haben wir die meisten Gegentore auch her geschenkt“, zog der Coach Bilanz.
Gelbe Karten und Platzverweise:
46 Gelbe Karten und zwei Rote Karten ergeben Rang neun in der Fairnesstabelle.
Ausblick und Perspektiven:
Viktoria Preußen gehört zum engeren Kreis der Aufstiegskandidaten. “Wir wollen versuchen, bis zum Ende da oben mitzuspielen“, sagt Trainer Saighani. Allerdings muss der Coach zunächst einmal mit der Fluktuation des Kaders in der Winterpause kämpfen. Neben Yuto Kamba haben den Verein auch Ibrahim Abbouz, Jan Schmidt (Umzug nach Köln) und Torhüter Radoslav Rusev (zur SG Rot-Weiss) verlassen. Dafür gekommen sind der erst 18-jährige Torhüter Aykut Aybar (FC Bayern Alzenau U19), El Hanafi El Mimouni vom Ligakonkurrenten SV Griesheim Tarik und Fajes Fazel, der nach nur einem halben Jahr vom Gruppenligisten FV Bad Vilbel II zurückkehrt. “Wir müssen die Neuen schnell integrieren und einen Rhythmus in die Mannschaft bekommen“, sagt Saighani. Langfristig gehört der Verein von seinem Selbstverständnis her in die Gruppenliga, wo sich der Klub zuletzt jahrelang etabliert hatte. Sollten die Neuen einschlagen und die Mannschaft endlich mehr Konstanz in die Ergebnisse bringen, ist zumindest die Teilnahme an der Aufstiegsrunde im Bereich des Möglichen.
Beitragsbild: Mit neun Treffern bester Angreifer der Viktoria: Hassan „Bona“ Taadou (links). Foto: Ersoy Göksen
Quelle: „main-treffer“


