Viele Jugendlichen wissen nicht, welche Ausbildung sie machen sollen. Einen Eindruck über die Bandbreite möglicher Berufe bekamen sie bei der Ausbildungsmesse des Ortsbeirats 10 auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr.
Dicht drängen sich die Schüler in der Mehrzweckhalle der Berufsfeuerwehr zwischen den Tischen hindurch, die meisten sind zwischen 14 und 16 Jahren alt. Rund 50 Firmen sind gekommen, um sich den Schülern zu präsentieren, denn die sind auf der Suche nach einem Praktikums- oder gar einem Ausbildungsplatz. Zwar ist die Messe, wie Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) sagt, vor allem für Schüler aus dem Ortsbezirk 10 – also Eckenheim, Preungesheim, Berkersheim, Frankfurter Berg und Bonames – gedacht. Gekommen sind aber auch Schulklassen aus ganz Frankfurt, von Fechenheim bis Unterliederbach.
Firmen aus Ortsbezirk
Viele Firmen sind dabei aus dem Ortsbezirk, wie etwa das IB Best Western Hotel Friedberger Warte. Dessen Geschäftsführender Direktor, Michael Mauersberger, ist wie in den Vorjahren selbst gekommen, denn hier und auf ähnlichen Messen hat er schon den ein oder anderen Auszubildenden für sein Hotel gefunden. Etwa Martha Immel (21), die im dritten Lehrjahr als Hotelfachfrau ist. “Mein Vater hatte mich damals früh geweckt und gemeint: Da ist eine Ausbildungsmesse, geh mal hin.“ Gesagt, getan. Sie stellte sich auch am Stand des IB Hotels vor – und hatte bald darauf ihre Ausbildungsstelle.
“Man muss einfach Mut haben. Und ein gutes Erscheinungsbild, um einen guten Eindruck zu machen. Aber nicht zu sehr geschminkt“, gibt sie Jugendlichen mit auf den Weg, die eine Ausbildungsstelle suchen. An diesem Tag berät sie gemeinsam mit Leonie Naumann (24), die vor einem Jahr ihre Ausbildung beendete und nun als Betriebsassistentin Mauersbergers rechte Hand ist, die Schüler.
Auch aus Preungesheim kommt die Firma Brillux. Der Farbenhersteller aus dem westfälischen Münster hat in der August-Schanz-Straße ein Großhandels-Lager, beliefert von dort Malerbetriebe. “Wir bilden hier in Frankfurt Groß- und Einzelhandelskaufleute aus. Den Jugendlichen vor allem aus unserer Nachbarschaft wollen wir zeigen, welche Möglichkeiten sie in unserem Unternehmen haben“, sagt Niederlassungsleiter Philipp Hellwig.
Gut in Mathe
Wie Brillux ist auch die Knebel Metalltechnik vom Frankfurter Berg zum ersten Mal auf der Ausbildungsmesse des Ortsbeirats dabei. Mert (14) und Ahmet (15) von der Falkschule wollen wissen, welchen Abschluss man braucht, um bei Knebel eine Ausbildung zu beginnen. Der Metallbauer bildet Konstruktionsmechaniker verschiedener Fachrichtungen, Industriemechaniker und Tischler aus, wie Geschäftsführer Michael Löwenstein erklärt. „Ein Hauptschulabschluss reicht, aber ihr müsst gut in Mathe sein. Das braucht ihr, um die Computer-gesteuerten CNC-Maschinen zu bedienen. “Was sie denn werden möchten, fragt Löwenstein die Jugendlichen – die Neuntklässler zucken mit den Schultern. Mert hat zwar ein Praktikum als Kfz-Mechaniker absolviert, Ahmet eines als Bankkaufmann – aber ihre Traumberufe sind das offenbar nicht.
Viele Jugendliche, vor allem die jüngeren, kämen mit einem Fragenkatalog an die Stände der Firmen, den sie abarbeiten, gibt Christian Brhel, stellvertretender Pflegedienstleiter an der BG Unfallklinik, einen Eindruck wieder, den viele Aussteller haben. “Die Älteren hingegen fragen gezielter, vor allem jene, die etwas später und mit ihren Eltern kommen. Da merkt man: Die wissen schon, in welche Richtung sie beruflich wollen.“
So wie Leliya (17) von der Heinrich-Kraft-Schule, die Brhel gerade berät. Sie lebt erst seit zwei Jahren in Deutschland und kann sich gut vorstellen, Krankenschwester zu werden. Auch die unregelmäßigen Arbeitszeiten stören sie nicht, sagt sie. “Ich stelle mit den Beruf sehr abwechslungsreich vor.“
Eine solche Ausbildungsmesse sei ein guter Ort, um auf neue Ideen zu kommen, findet Meri (14) von der Karl-Oppermann-Schule in Unterliederbach. „Eigentlich wollte ich mich über den Beruf der Kosmetiker informieren, aber das gibt es hier nicht. Stattdessen habe ich geschaut, welche Ausbildung es im Einzelhandel gibt.“ Ihre Freundin Aylina (14) hat sich über den Beruf der Krankenschwester informiert. !Aber hier lernt man auch viele andere interessante Berufe kennen.“
Quelle FNP von Andreas Haupt



