
Am 09.06.15 wurden im Limpurgsaal des Römers ehrenamtlich engagierte Frankfurter mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet. Unter ihnen auch der langjährige Präsident des Sportvereins Viktoria Preußen, Klaus Peter Kehl (61). Seit über 50 Jahren ist er im Verein, 25 Jahre war er im Vorstand.
Rückblick
Die zwei Jahre in der A-Jugend wird Klaus-Peter Kehl (61) nie vergessen. „Wir spielten in der höchsten Klasse, waren mit den Offenbacher Kickers oder dem FSV Frankfurt in einer Liga. Wir spielten im Waldstadion und auf dem Bieberer Berg – ein tolles Erlebnis.“ Damals kickten bei seinem Verein, dem SV Viktoria Preußen, fast nur Eckenheimer Jungs. Viele spielten bei den Senioren weiter, Kehl aber legte eine Pause ein: Die Ausbildung war ihm wichtiger. Doch er kam zurück, spielte mal in der zweiten, mal in der ersten Mannschaft und wurde 1998 zum Vorsitzenden gewählt, dass er bis November 2014 inne hatte.
1961 trat Kehl dem Verein bei. Immer samstags ging er mit seinen Freunden zum Spiel. „In der B-Jugend begann es um 9 Uhr, in der A-Jugend um 11 Uhr.“ Fahrten zu Auswärtsspielen waren kleine Weltreisen. „Einen Vereinsbus gab es nicht, die Väter fuhren. Das war immer eine VW-Käfer-Ausfahrt.“ Kehls bekanntester Mannschaftskamerad war Rolf Heller, von 1996 bis 2000 Präsident von Eintracht Frankfurt.
Integration
Spielten damals vor allem Eckenheimer bei Viktoria Preußen, sei das längst anders, sagt Kehl. Zudem ist der Migrantenanteil stark gestiegen. „Wir haben mittlerweile über 60 Prozent Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Neben Zuhause, Kita und Schule ist der Sportverein die vierte Säule, bei der die Kinder ihre Ausbildung genießen.“ Beim Mannschaftssport lerne man Disziplin, außerdem Respekt und Akzeptanz der Mit- und Gegenspieler. „Das ist echte Integrationsarbeit.“
Er selbst habe als Kind perfekte Bedingungen zum Fußballspielen gehabt, sagt Kehl. „Die ganze Infrastruktur stellte der Verein. Es gab Trikots, Bälle, Umkleidekabinen, einen Platz, einen Trainer und einen festen Trainings- und Spielplan.“ Dankbar für diese Bedingungen, habe er irgendwann gedacht: Du musst dem Verein etwas zurückgeben.“ Also ließ er sich in den Vorstand wählen. „Zunächst war ich Vizepräsident, 1998 wurde ich zum Vorsitzenden gewählt.“
Einer der Höhepunkte seiner Amtszeit sei 2007 die 100-Jahr-Feier des Vereins gewesen. „Als kleiner Verein hielten wir unsere akademische Feier im Kaisersaal ab. Für einen Frankfurter Bub ist das eine tolle Sache“, sagt Kehl. Im gleichen Jahr bekamen die Fußballer ihren Kunstrasenplatz, als einer der ersten Vereine Frankfurts.
Mit 18 Jugend- und drei Seniorenmannschaften sei es nicht einfach, Training und Spiele auf zwei Plätzen zu koordinieren, sagt Kehl. Deshalb strebe Viktoria Preußen seit Jahren nach einem dritten Platz. „Es hat aber nie geklappt.“ Eine Idee wäre: Neben dem Kunstrasenplatz eine schmale, lange Halle mit mehreren Kleinfeldplätzen bauen. Aufgaben, die nun Kehls Nachfolger Uwe Henß weiter vorantreiben muss.
Verein heißt Gemeinschaft. Dies bedeutet, Kameradschaft, Teamgeist, Wir-Gefühl, aber auch Einordnung, Rücksichtnahme und Fairness. Im Verein erleben und erlernen Kinder und Jugendliche wesentliche Tugenden des menschlichen Zusammenlebens in einer demokratischen Gesellschaft. Der Verein ist somit nicht nur Plattform für sportliche Betätigung, er ist zugleich Trainingsplatz für soziales Verhalten.
Dies sind Kriterien für die sich Klaus Peter Kehl immer eingesetzt hat und weiterhin einsetzen wird.
von: Öffentlichkeitsarbeit


