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20.September 2021, Allgemein
“Preußen“ dominiert das Derby

Die erste Heimniederlage der Saison kostete den SVH den möglichen Sprung auf Platz fünf. Allerdings bestätigte sich die Tatsache, dass die Preußen den Heddernheimern als Gegner überhaupt nicht liegen.

Schon gar nicht, seitdem Artur Rissling an der Hügelstraße die Regie führt. Denn seitdem haben die Kicker von der Hügelstraße alle vier Gastspiele an der Brühlwiese gewonnen. Überraschend kam die Niederlage für die Grün-Weißen von daher trotz des guten Saisonstarts nicht, in der Höhe verdient war sie allemal.

SVH-Coach Andreas Berggold monierte vor allem die Einstellung zu diesem Nachbarschaftsduell: “So kann man sich täuschen. Ich war der festen Überzeugung, dass die Jungs ein anderes Gesicht zeigen, als in den letzten Derby-Spielen.“ Doch dem war nicht so: Es waren die Gäste, die mehr Mentalität an den Tag legten und hochmotiviert auftraten.

So war Stürmer Daniel Wolf gleich in der 2. Spielminute zur Stelle, um sein Team frühzeitig in Führung zu bringen. “Das hat dem Gegner natürlich in die Karten gespielt. Wir haben es dagegen zu keinem Zeitpunkt geschafft, diesen Derbycharakter ins Spiel zu bekommen und das enttäuscht mich so dermaßen, dass man diesen Fight nicht annimmt. Preußen macht es uns jedes Jahr vor, wie man so ein Spiel zu bestreiten hat und wir machen uns Jahr für Jahr in die Hose“, ärgerte sich Berggold. Hinzu kam noch Pech, dass nach einem Freistoß des überragenden Spielers auf dem Platz Giuliano Amante, der diesmal im Mittelfeld aufgebotene Christos Papadopoulos bei einem Klärungsversuch ein Eigentor unterlief – 0:2 (19.). Da war es auch keine Entschuldigung, dass durch das Fehlen der Offensivspieler Oliver Solarz und Tino Matijevic die Ideengeber fehlten. “Ohne Herz, Emotionen und Leidenschaft verlierst Du gegen einen Gegner, der genau das zeigt“, fasste Berggold zusammen.

Nur einmal flackerte kurz ein Hoffnungsschimmer auf, als Rojhat Ügüt den Ball an die Unterkante der Latte setzte und den Anschluss markierte (38.). Die Hoffnung währte aber nur zu Beginn der zweiten Hälfte, bis die Gäste in Gestalt von Amante einen Freistoß aus 25 Metern versenkten (57.). Kurz danach traf dann Oskar Copik ins rechte Eck (61.) und das Spiel war entschieden. “Eigentlich habe ich schon nach zehn Minuten gespürt, dass das heute nichts wird. Dass wir mit der Einstellung gleich aufhören können“, so Berggold. Selbst als Amante zum Zeitpunkt seiner Verletzung mit einer Zeitstrafe des Feldes verwiesen wurde (69.), konnten die Grün-Weißen die Überzahl nicht nutzen.

Gemessen an den Chancen hätte der Preußen-Erfolg sogar noch höher ausfallen können. Stattdessen bedeutete das 2:4 von Deniz Yatci in der 90. Minute die oft zitierte Ergebniskosmetik, auch wenn Papadopoulos im Anschluss noch eine Großchance versemmelte. “Teils, Teils“, begann Preußen-Trainer Rissling den Diskurs über Derby-Mentalität. “Heddernheim hat es auch angenommen, denn es war recht hitzig zwischendurch. Ich bin der Meinung, dass wir spielerisch besser waren und der Fußball von Heddernheim ziemlich einfach zu lesen war: lange Bälle auf die Außen und im Aufbau alles über Willeführ. Unser Sieg ist hochverdient. Wir brauchten einen Highlight-Sieg und das war einer. Heddernheim steht gut da, hatte bisher alle Heimspiele gewonnen und Kosova geschlagen. Hier musst du erstmal gewinnen.“

Tore: 0:1 Daniel Wolf (2.), 0:2 Christos Papadopoulos (19./Eigentor), 1:2 Rojhat Ügüt (38.), 1:3 Giuliano Amante (57.), 1:4 Oskar Copik (61.), 2:4 Deniz Yatci (90.).

 

von: Pedro Acebes