
Der Frankfurter Kreisoberligist SV Viktoria Preußen vermeldet die Verpflichtung eines Ex-Profis.
Wie der Fußball-Abteilungsleiter des Vereins Thomas Mahlau gegenüber unserem Portal bestätigte, schließt sich der 39-jährige Renato Levy dem Klub von der Hügelstraße an. Nicht zum ersten Mal, denn der aus der eigenen Jugend hervorgegangene Spieler heuerte schon Ende 2009 bei den Preußen an und blieb bis zum Ende der Saison 2011/12. Schon vor 20 Jahren sorgte Levy mit dem heutigen Trainer des SV Zeilsheim Sascha Amstätter bei der Frankfurter Eintracht für eine Anekdote.
Levy wechselte aus der Jugend von Viktoria Preußen in den Neunziger Jahren zunächst zu Kickers Offenbach. In der A-Jugend folgte ein weiterer Wechsel vom Bieberer Berg zum FSV Frankfurt an den Bornheimer Hang, für den er schon als A-Jugendlicher in der Saison 1995/96 zu Einsätzen in der damaligen Regionalliga Süd kam. Nach dem Abstieg der Blau-Schwarzen in die Oberliga Hessen spielte Levy in der Saison 1996/97 mit seinem ein Jahr jüngeren Kumpel Sascha Amstätter so stark auf, dass sich der große Nachbar Eintracht Frankfurt breitschlagen ließ, die beiden jungen Talente nacheinander für eine Ablösesumme von insgesamt 300000 DM für die kommende Spielzeit zu verpflichten. Der damalige FSV Präsident Bernd Reisig handelte fr die beiden Youngster Zwei-Jahres-Verträge aus.
Es waren wahrlich keine guten Zeiten für die Frankfurter Eintracht. 1996 hatte es die Riederwälder erstmals erwischt“, der erstmalige und bittere Abstieg in die 2. Liga war Realität geworden. Dem skandalumwitterte Präsidenten Matthias Ohms wurde das Vertrauen entzogen. Der rauhe Zweitligaalltag bekam der “launischen Diva“ nicht gut. Bei Spielen gegen Rot-Weiss Essen und den VfB Oldenburg verloren sich nur noch 11000 Zuschauer im weiten Rund des alten Frankfurter Waldstadions. Der Verein war so gut wie pleite. Als die Eintracht an Weihnachten 1996 kurz vor einem Abstiegsplatz steht, droht sogar der freie Fall in die Regionalliga. Manager Bernd Hölzenbein hatte im November schon seinen Hut genommen, noch am gleichen Tag war Trainer Dragoslav Stepanovic entlassen worden. Unter Nachfolger Horst Ehrmanntraut erlangt die SGE wieder Stabilität und katapultiert sich mit einer guten Rückrunde auf Rang sieben.
Die schon im Herbst 1996 für die neue Saison unter Vertrag genommenen Levy und Amstätter überzeugten Ehrmanntraut in der Sommervorbereitung 1997 nicht. Der Coach, der auf dem legendären Gartenstuhl die Spiele verfolgte, wollte die beiden jungen Spieler ausleihen lassen. Doch beide durften dann doch bleiben. Levy machte 1997 sechs Zweitliga-Spiele für die Eintracht, Amstätter drei. Letzterer absolvierte zwei Jahre später zwei Bundesligaspiele, die einzigen seiner Karriere. Über zehn Jahre später kamen für den heutigen Zeilsheimer Coach noch 30 Zweitligaspiele für den SV Wehen Wiesbaden hinzu. Dazu 281 Regionalligaspiele und 21 Partien in der 3. Liga.
60 Regionalligaspiele für den FSV Frankfurt
Sein Freund Levy war längst nicht so erfolgreich, kam aber auch viel rum in seiner Karriere. Nach dem Bundesliga-Aufstieg 1998 verließ er die Eintracht und wechselte zurück zum FSV in die Regionalliga Süd. Danach ging es für einige Jahre in die Schweiz zum FC Grenchen und zum FC Solothurn. Es folgten Stationen in der Hessenliga bei der TSG Wörsdorf, Viktoria Aschaffenburg und dem FSV Fernwald. Gleich drei mal kehrte er zum FSV an den Bornheimer Hang zurück, für den er unter anderem 60 Regionalliga-Spiele bestritt. Nach außerdem 131 Hessenliga-Spielen, sechs Zweitligaspielen und zwei Einsätzen im DFB-Pokal (einer für den FSV, einer für die SGE) zog sich Levy 2009 im Alter von 32 Jahren aus dem höherklassigen Fußball zurück und ging zurück zu seinem Heimatverein Viktoria Preußen. In den letzten Jahren spielte Levy nur noch unterklassig bei der SG Anspach, der FG Seckbach, dem SV Gronau und zuletzt Español Offenbach in der Kreisliga A. Nun also mit 39 Jahren wieder der Weg zurück zu den Wurzeln. Dem jungen Team von Viktoria Preußen kann die geballte Erfahrung Levys nur gut tun. Und dass ehemalige Oberliga-Spieler in der KOL eine gute Figur abgeben können, das bewies bei der TSG 51 jahrelang Christian Balzer. “Für Renato ist es eine Herzensangelegenheit, er würde uns gerne helfen“, kommentierte der Fußball-Abteilungsleiter der Preußen Thomas Mahlau die Heimkehr des verlorenen Sohnes.
von: Pedro Acebes
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