
Am Dienstag wurden die ersten beiden Rückrundenbesprechungen im Kreis Frankfurt abgehalten. Traditionell kommen die Vereine zwei Mal im Jahr zusammen, um im Rahmen dieser Tagungen die Weichen für den weiteren Saisonverlauf zu stellen.
Los ging es am gestrigen Abend um 18.30 Uhr mit der Zusammenkunft der Vereinsvertreter der Kreisoberliga und der Kreisliga B Gruppe 2. Um 19.30 Uhr tagten dann die Funktionäre der Kreisliga B Gruppe1. Heute Abend sind dann die Vereine der beiden Frankfurter A-Klassen Nordwest und Südost an der Reihe.
Im Vereinsheim der SG 28 wurde die erste Sitzung pünktlich um 18.30 Uhr von Kreisfußballwart Rainer Nagel eröffnet. Neben Frankfurts „Fußball-Chef“ waren noch KOL-Klassenleiter Marc Keim, Kreisschiedsrichterobmann Matthias Lippert, der stellvertretende Kreissportrichter Holger Handke sowie Gerhard Richter (Klassenleiter A-Klasse Nordwest), Olaf Müller-Knapp (Klassenleiter A-Klasse Südost) und Christian Faust (Klassenleiter Kreisliga B Gruppe 1) anwesend. Nach der Vorstellung der Funktionäre sowie der Begrüßung der anwesenden Pressevertreter erteilte Nagel seinem Kollegen Mazhias Lippert als Vertreter der Schiedsrichter das Wort.
Was Lippert zu berichten hatte, war teilweise doch recht unerfreulich. Positiv ist, dass es bislang so gut wie keine Spielausfälle in der Hinrunde zu verzeichnen gab. Dem KSO missfiel aber das Drumherum und vor allem das Benehmen einiger Spieler und Funktionäre auf und neben dem Platz und berief sich auf die vor zwei Jahren von fast allen Vereinen unterschriebene Charta der „Frankfurter Erklärung gegen Gewalt und Rassismus“, die 2014 im Rahmen einer Veranstaltung im VIP-Raum des damaligen Zweitligisten FSV Frankfurt verabschiedet wurde. “Diese Erklärung wird von einigen Vereinen mit Füßen getreten“, klagte Lippert an. Einige Schiedsrichter seien in letzter Zeit nicht nur bedroht und beleidigt worden, sondern auch körperlich attackiert worden. Just am vergangenen Wochenende soll ein Austauschschiedsrichter im Raum Wiesbaden/Mainz Opfer eines solchen Übergriffes geworden sein.
Kritik am Umgang mit dem elektronischen Spielberichtsbogen
Lippert appellierte an die anwesenden Vereinsvertreter, auch die Spielführer in die Pflicht zu nehmen, um solchen Entgleisungen entgegenzutreten. Der Funktionär räumte ein, dass in den unteren Ligen leider nicht die besten Schiedsrichter eingesetzt werden können. “Oft müssen wir froh sein, wenn überhaupt ein Schiedsrichter kommt. Es kommt auch vor, dass wir am Sonntagvormittag nach kurzfristigen Absagen noch umdisponieren müssen“, so Lippert. Bei 330 aktiven Schiedsrichtern im Kreis Frankfurt gebe es natürlich auch das eine oder andere “schwarze Schaf“. Bis zu sechs Unparteiische, die klare Anweisungen nicht befolgen oder durch anderes Fehlverhalten aufgefallen sind, werde Lippert in der Winterpause von der Liste „eliminieren“. So sei am Samstag ein Fall an das Tageslicht gekommen, wonach ein Schiedsrichter seine Freikarte für das Bundesligaspiel Eintracht Frankfurt – Borussia Dortmund auf dem Schwarzmarkt verscherbelt habe.
Lippert kritisierte auch den Umgang mit dem elektronischen Spielberichtsbogen, der laut Satzung eine halbe Stunde vor Spielbeginn vorliegen sollte. Bei einem Spiel der B-Klasse Gruppe 2 zwischen Griesheim Tarik II und dem SV FC Sandzak II bekam Lippert von den Gästen die Spielerpaßmappe erst fünf Minuten vor Spielbeginn unsortiert überreicht. “Leute, so geht es nicht! Das ganze glich einem Kreuzworträtsel. Ich hätte eine halbe Stunde gebraucht, um die Pässe zu sortieren, was nicht die Aufgabe des Schiedsrichters ist“, beschwerte sich der Obmann. Oft käme es auch vor, dass Spieler mit der falschen Rückennummer auflaufen, was dann zu Problemen bei der Torschützenermittlung führen kann. Viel schlimmer: Bei einem Platzverweis wird dann oftmals der falsche “Sünder“ notiert und unter Umständen gesperrt. Um solche Fehler zu vermeiden, sollen auch die Kapitäne dazu angehalten werden, dass die Rückennummern der Spieler mit jenen auf dem Spielberichtsbogen übereinstimmen.
Fünf Spielabbrüche in der Hinrunde
Auch Holger Handke kritisierte das Benehmen auf dem Platz. Fünf Spielabbrüche im Kreis Frankfurt sind laut dem Vertreter von Rolf Heller eindeutig zu viel. Vier dieser Vereine mussten temporär gesperrt werden, A-Ligist FC City fiel durch einen aufgeflogenen Passbetrug in mehreren Fällen auf und wurde wochenlang aus dem Verkehr gezogen. 29 Urteile musste der Rechtsausschuss fällen, die Anzahl der Einzelrichterurteile ist aber laut Handke zurückgegangen. Marc Keim monierte dagegen Unregelmäßigkeiten bei den Pässen, wo manchmal das Passbild fehle. Er erinnerte an die Regel, dass ein dreimaliger Nichtantritt zum Ausschluss aus dem Spielbetrieb führt. So geschehen im Fall der Reserve des A-Ligisten FC Corumspor. Die Spielverlegungen in der KOL waren schnell durch. Nur zwei Partien weichen vom Regelspieltag ab. Das Lokalderby in der Karnevalshochburg „Klaa Paris“ zwischen dem SV 07 Heddernheim und der TSG 51 wird vom Faschingssamstag auf den Donnerstag vorgezogen. Das Topspiel des drittletzten Spieltags zwischen dem FFV Sportfreunde 04 und Concordia Eschersheim findet im Mai an einem Freitagabend statt.
Keine Punktabzüge bei Damenmannschaften
Rainer Nagel bekräftigte, dass Punktabzüge wegen Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls bei Vereinen mit Damenmannschaften nicht mehr auf die höherklassigste Mannschaft im Verein angerechnet werden. Beispiel TSG 51: Die Damenmannschaft spielt höher als die 1. Herrenmannschaft. Früher wurde der Punktabzug den Damen angerechnet, jetzt bekommt die am höchsten spielende Seniorenmannschaft die Punkte abgezogen. In bezug auf die Abstiegsfrage ist es momentan so, dass Germania Enkheim in der Gruppenliga Frankfurt West auf einem Abstiegsplatz steht. Deswegen würden momentan die letzten beiden Teams aus der KOL absteigen. Sollten mehr Frankfurter Vereine in den sauren Apfel beißen müssen, erhöht sich die Anzahl der Absteiger entsprechend. Faustregel: Es steigt immer einer mehr aus der KOL ab, wie aus der GL runterkommen. Beispiel: zwei Frankfurter Absteiger aus der GL = drei Absteiger aus der KOL. Geehrt wurde noch B-Ligist Griechische Sport-Union für 50 Jahre Teilnahme am Spielbetrieb im Kreis Frankfurt.
Quelle: Torgranate (Pedro Acebes)


