Der Spitzenreiter führt die Tabelle auch nach der zweiten Heimniederlage weiter an, musste aber die dritte Saisonniederlage hinnehmen. Mit dem neunten Saisonsieg verkürzten die Preußen den Abstand auf den Klassenprimus auf drei Zähler und verbesserten sich auf Rang vier.
In der Begegnung auf dem schlecht bespielbaren Rasenplatz an der Ackermannwiese geriet der Fußball im Laufe des Nachmittags bedauerlicherweise in den Hintergrund. Oskar Copik markierte den goldenen Siegtreffer für die Gäste mit einem Lupfer über SV BKC-Torhüter Ahmed Selimovic hinweg in der 17. Spielminute. Die Mannschaft von Trainer Nawid Saighani verteidigte den Vorsprung geschickt und die Hausherren fanden auf dem tiefen Geläuf nicht zu ihrem gewohnten Spiel. In der Nachspielzeit verpasste Bosniens Torjäger Almir Derdemez mit einem Pfostenschuss den möglichen Ausgleich.
Überschattet wurde die Partie durch Tumulte auf und neben dem Platz, die sogar einen Polizeieinsatz auf den Plan riefen. Bei einer Einwurfsituation schaukelten sich Streitigkeiten um den Ball insoweit hoch, dass es zu ersten Auseinandersetzungen kam. Die Gäste von der Hügelstraße fühlten sich in ihrer Sicherheit bedroht und riefen die Staatsmacht herbei. Im folgenden reproduzieren wir die Schilderung der Vorfälle, wie sie uns von den Vereinsverantwortlichen telefonisch übermittelt wurden:
Bosniens Pressesprecher Asmir Husanovic: “Bis zur 70. Minute war das Spiel fair. Es gab dann bei einem Einwurf Tumulte um den Ball. Die Ersatzspieler der Preußen haben den Ball unter der Sitzbank versteckt. Unser Kapitän Sead Kavgic hat jemanden leicht geschubst. Da lief ein Zuschauer der Gäste auf den Platz. Ein Ordner hat ihn vom Feld geführt. Der Mann hat unseren Ordner beleidigt, der dann überreagiert hat. Dann hat der Abteilungsleiter der Preußen Thomas Mahlau die Polizei angerufen. Wegen leichter Tumulte, wie sie in jedem Spiel vorkommen, rufe ich nicht die Polizei, die dann kam und gleich wieder gegangen ist. Diese Hektik hat sich dann auf den Platz übertragen. Wir haben uns nach der Begegnung mit den Verantwortlichen der Preußen ausgetauscht. Von daher sind wir enttäuscht über die Aussagen der Gäste gegenüber der Presse. Statt zu beruhigen, haben die Verantwortlichen der Gäste durch das Rufen der Polizei noch mehr zur Eskalation beigetragen“.
Viktoria Preußens Abteilungsleiter Thomas Mahlau: “Der Schiedsrichter hätte nach Tätlichkeiten schon zwei Rote Karten gegen die Bosnier verteilen müssen. Er hat aber nur zugeschaut. Ein Ersatzspieler hatte den Ball in der Hand und ein Ordner riss ihm die Kugel aus der Hand und stieß ihn gegen die Ersatzbank des angrenzenden Hartplatzes. Die Ordner haben nicht geschlichtet, sondern draufgehauen. Dann gab es 10 Minuten Tumulte und wir fühlten uns in unserer Sicherheit bedroht. Da habe ich die Polizei gerufen, denn auch ich und unser Trainer Nawid Saighani wurden angegangen. Das gehört nicht auf den Fußballplatz“.
Viktoria Preußens Trainer Nawid Saighani: “Der Schiedsrichter hat nichts gegen die Härte der Bosnier unternommen. Es gab während des Spiels drei Faustschläge gegen meine Spieler, die ungeahndet blieben. Der Ball war im Aus und unser Ersatzspieler hat den Ball unter die Bank gelegt. Da kam der Spieler Kavgic und hat den Spieler geschlagen. Da gab es Tumulte am Spielfeldrand. Die Ordner haben statt zu schlichten unsere Zuschauer angegangen. Ein Zuschauer wurde zu Boden gestreckt. Gewalttäter als Ordner, das ist schon eine Stufe höher. Wir fühlten uns in unserer Sicherheit bedroht, deswegen hat Thomas die Polizei gerufen. Und ich bin froh, dass sie beim Schlusspfiff da war, denn so wurde eine weitere Eskalation verhindert“.
Fazit: “Es war ein ähnliches Spiel wie gegen Concordia. Auf dem tiefen Rasen konnten wir unsere schnellen Stürmer nicht richtig einsetzen. Zudem sind die Mannschaften gegen uns immer motivierter. Wir waren 90 Minuten dominant und hatten mehr Ballbesitz“, meinte Husanovic zum sportlichen Geschehen.
Mahlau meinte zum Auswärtssieg: “Wir hatten keinen Stürmer und haben Copik vorne reingestellt, der das Tor gemacht hat. Wir waren auf Konter eingestellt und hätten den Sack vorher zumachen müssen“.
Tor: 0:1 Oskar Copik (17.)
Quelle: “main-treffer“ (ace)
Geschubst oder geschlagen ?
Beim Spitzenspiel auf der Ackermannwiese gab es einen Polizeieinsatz: Nachdem der Ball in der 80. Minute unter die Ersatzbank der Gäste gerollt war kam es zu körperlichen Auseinandersetzungen. “Ein Ersatzspieler von uns wurde vom Kapitän der Bosnier geschlagen, danach gab es Tumulte“, berichtete der Sportliche Leiter der “Preußen“ Thomas Mahlau. „Da ich unsere Sicherheit nicht mehr gewährleistet sah, habe ich die Polizei gerufen.“
Der bosnische Pressesprecher Asmir Husanovic fand das “übertrieben und unnötig. Der Ersatzspieler wurde geschubst, nicht geschlagen“.
Gäste-Coach Nawid Saighani sah das anders: “Drei meiner Spieler haben Faustschläge abbekommen. Außerdem wurden Ordner gegenüber meinen Spielern handgreiflich.“ Schiedsrichter Dirk Ernst (Eppstein) ahndete keinen der Regelverstöße – dabei war das Spiel einige Minuten unterbrochen. Die Partie wurde durch Taadous Tor entschieden (17.).
Quelle FNP (omü)
Die Ergebnisse aus dem Seniorenbereich:





