Im Derby der beiden Platznachbarn auf dem Kunstrasenplatz an der Hügelstraße erzielten die gastgebenden Preußen nach zwei schwächeren Spielen einen Pflichtsieg gegen den Tabellenletzten und verbesserten sich mit dem siebten Saisonsieg auf Rang sechs. Die Portugiesen zieren dagegen nach der 10. Saisonniederlage weiterhin mit nur vier Punkten den letzten Tabellenplatz.
Die Mannschaft von Trainer Nawid Saighani war über weite Strecken in allen Belangen überlegen. Nach 22 Minuten waren die „Gäste“ mit dem 4:0-Rückstand noch gut bedient, denn die Gastgeber gingen teilweise fahrlässig mit weiteren Torchancen um. Oskar Copik und Ibrahim Abbouz wechselten sich fleißig im Tore schießen ab. Erst traf Copik zum 1:0, dann legte Abbouz das zweite Tor nach, wiederum legte Copik das 3:0 vor und Abbouz das vierte nach.
Dann nahmen die Gastgeber etwas den Fuß vom Gaspedal und ließen es etwas ruhiger angehen. Nach der Pause markierte Copik sein drittes Tor an diesem Derbyabend und schraubte das Resultat auf 5:0 in die Höhe. Sporting gelang durch Ghishlain Owona Nkouendjeu das 5:1, bevor der gleiche Akteur mit Gelb-Rot vom Platz musste. Auch Ibrahim Abbouz legte dann wie sein Sturmkollege Copik seinen dritten Treffer per Foulelfmeter zum 6:1 nach. Dann spielten die Hausherren teilweise überheblich und der in Unterzahl agierende Tabellenletzte kam durch den Kolumbianer Nelson Asprilla Mosquera zum 6:2.
Als mit Ghoiner Leandro Quintana Palomeque ein zweiter Sporting-Akteur mit Gelb-Rot bedacht wurde, waren die Portugiesen nur noch zu neunt auf dem Feld. Dennoch gelang es dem Team von Sporting-Trainer Sven Friedrich, mit neun gegen 11 Spielern noch ein Tor zu erzielen. Erwin Andres Cruz Delgado traf für die mit Lateinamerikanern gespickte Sporting-Elf zum 6:3-Endstand und betrieb so etwas Ergebniskosmetik.
Diese Nachlässigkeiten ärgerten offenbar den bulgarischen Torhüter der Gastgeber Radoslav Rusev so sehr, dass er nach einem letzten Schuss auf sein Tor komplett ausrastete und nach einer schlimmen Tätlichkeit gegen Sporting-Spieler Cruz Delgado folgerichtig die Rote Karte sah. Der Keeper verpasste dem Südamerikaner einen Karatekick in das Gesicht, nachdem Cruz Delgado dem Ball nachgestochert hatte, was für Rudelbildungen sorgte und in einer kurzzeitigen Schlägerei ausartete. Der Spielleiter Nicklas Rau aus Nidderau erklärte daraufhin die Begegnung für beendet, was nichts daran änderte, dass sich die Diskussionen und der Ärger zwischen den Platznachbarn noch eine Weile hinzogen. Der Sporting-Spieler wurde auf dem Platz von Preußen-Betreuer Joachim Schüsterl mit erster Hilfe versorgt und es geht ihm den Umständen entsprechend besser. Hinterher entschuldigte sich Torwart Rusev in der Kabine noch bei seinem Opfer, was aber nichts daran ändert, dass dem Bulgaren nun für sein Fehlverhalten eine lange Sperre droht.
Fazit:
“Trotz des Sieges sind wir nicht zufrieden. Nach dem 4:0 zeigten wir eine Schönspielerei-Mentalität. Es gab viele Nickeligkeiten und Sporting war am Ende mit neun Mann besser. Das Ding war eigentlich gegessen und dann kam die Entgleisung unseres Torhüters, die eigentlich nicht zu entschuldigen ist“, schilderte Thomas Mahlau, der Abteilungsleiter der Preußen, seine Eindrücke.
Sporting-Trainer Sven Friedrich meinte: “Wir haben schwach in der ersten Halbzeit gespielt. Im zweiten Durchgang haben wir das Spiel umgestellt dann wurde es besser. Trotzdem war es zu spät um aufzuholen. Nach der Roten Karte gab es auf dem Spielfeld viel Chaos“.
Am Sonntag empfangen die Preußen die SG Rot-Weiss II zum Heimspiel.
Tore: 1:0 Oskar Copik (4.), 2:0 Ibrahim Abbouz (8.), 3:0 Oskar Copik (15.), 4:0 Ibrahim Abbouz (22.), 5:0 Oskar Copik (54.), 5:1 Ghishlain Owona Nkouendjou (61.), 6:1 Ibrahim Abbouz (66./Foulelfmeter), 6:2 Nelson Asprilla Mosquera (76.), 6:3 Erwin Andres Cruz Delgado (87.)
Gelb-Rote Karten: Ghishlain Owona Nkouendjou (Sporting/64.), Ghoiner Leandro Quintana Palomeque (Sporting/85.)
Rote Karte: Radoslav Rusev (Preußen/90.)
Quelle: “main-treffer“ (ace)
WEITERE ERGEBNISSE AUS DEM SENIORENBEREICH:
De Monteiro (34.) und Tobel (72./85.) trafen für die “Preußen“, die zudem zweimal die Latte anvisierten. “Es war ein Spiel auf ein Tor. Sporting hat nur verteidigt, aber wir waren zu unfähig“, sagte Thomas Mahlau, Abteilungsleiter der Gastgeber. Zudem sahen Trung bei den “Preußen“ und ein Eckenheimer die Rote Karte (76.).
Quelle: FNP





