Der Bau des Sportparks Preungesheim schreitet zwar voran, doch die Dreifelderhalle wird ein Dreivierteljahr später fertig als zuletzt geplant.
Vom ersten Spatenstich für den Sportpark Preungesheim bis zur gestrigen Grundsteinlegung für die Dreifelder-Sporthalle, die neben einem Kunst- und einem Naturrasenplatz, Leichtathletikanlagen und mehreren Kleinspielfeldern an der Goldpeppingstraße entsteht, ist ziemlich genau ein Jahr verstrichen. Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) erinnerte daran, dass der Stadtteil schon seit 30 Jahren auf seine „Bezirkssportanlage“, wie der Sportpark einst hieß, warte. Da spiele es überhaupt keine Rolle, wenn Sportdezernent Markus Frank (CDU) verkünde, dass Halle und Sportplätze statt wie geplant Ende 2015 wohl erst im Herbst 2016 fertig werde.
Fortschritt ist wichtig
“Es geht voran und das ist das wichtigste“, sagt Klaus Böttger, Vorsitzender des Turnverein (TV) Preungesheim. Roland Frischkorn, Vorsitzender des Sportkreises Frankfurt, stimmt zu. Der im Dezember 2011 von Frank vorgelegte erste Zeitplan hatte gar zum Ziel, die Sportplätze im Spätsommer 2015 fertigzustellen, die Halle sogar Ende 2014.
Der Zeitplan für das mehr als 14 Millionen Euro teure Bauprojekt verzögerte sich erneut, als mit Beginn der Arbeiten vor einem Jahr zunächst der Kampfmittelräumdienst und der Denkmalschutz mehr Zeit benötigten als geplant. Zunächst mussten die Kampfmittelräumer das Erdreich Schicht für Schicht durchsuchen. Denn die große Zahl an Metall im Boden – im Zweiten Weltkrieg standen hier Flugabwehr-Kanonen, die Munitionsreste hinterließ – machte den Einsatz des Bodenradars kompliziert. Und die Denkmalschützer fanden für Hessen einmalige Grabanlagen aus der Frühzeit (wir berichteten).
Während die Bodenplatte der Dreifelderhalle erst noch gegossen wird, laufen die Arbeiten an den umliegenden Sportplätzen bereits. Zwar entsteht der Boden und jener Teil der Wände, der halb in den Hang hinein gebaut wird, aus Beton – der Rest der Halle bestehe aber komplett aus Holz, betont Architekt Zvonko Turkali.
Kein Licht nötig
Es sei eine gute Idee des Sportdezernats gewesen, das einst separat geplante Funktionsgebäude für die Sportplätze in die Dreifachhalle zu integrieren, lobt Turkali. Holz sei vielseitig verwendbar, Innen- und Außenverkleidung bestünden daraus. “Das schafft eine angenehme Atmosphäre, wie man sie aus anderen Sporthallen nicht kennt“, sagt der Architekt. Eine weitere Besonderheit seien große Dachfenster und eine breite Fensterfront auf der Westseite der Halle, so dass die Halle lichtdurchflutet sei und tagsüber kein Licht in eingeschaltet werden müsse. Schön sei auch, dass man von der Empore aus auf die Frankfurter Skyline blicken könne.
Weil das Gelände von Ost nach West einen Höhenunterschied von zwölf Metern aufweist, liegen die Außenspielfelder auf zwei Ebenen, erklärt Turkali. Genau dort, wo der Höhensprung zwischen den Plätzen liegt, entsteht die Halle. “So wird sie von unten wie von oben erschlossen, wo wir 199 Zuschauerplätze auf der Tribüne haben.“ Die Empore werde auf die Funktionsräume der Sportplätze gebaut.
Zwar sei er mit dem Verlauf des bisherigen Baus trotz der Verzögerung zufrieden, sagt Böttger. „Erhofft hätten wir uns aber, dass es doch ein wenig schneller geht. Denn eigentlich sollte im kommenden Jahr zur Eröffnung der Halle das Gau-Kinderturnfest hier stattfinden, das der TV Preungesheim und der TSV Berkersheim ausrichten werden. “Das sei normalerweise im Juni, die Hall werde aber erst Monate später fertig. “Uns fehlt also die Halle.“
Streit in der CDU
Immer wieder sei in den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung in den vergangenen Jahren diskutiert worden, wann die Sportanlage endlich gebaut werde, erinnerte Frank. Die Pläne seien immer weiter ausgeweitet geworden. „Wenn ein Projekt groß wird, besteht auch die Gefahr, dass es gestrichen wird.“ Weil vor sechs Jahren das Geld in der Stadtkasse knapp wurde, vereinbarte der Sportdezernent mit dem Kämmerer Uwe Becker (CDU), viele kleine Projekte umzusetzen und größere zurückzustellen. “Dann gab es eine denkwürdige Fraktionssitzung, in der wir diesen Plan vorstellten – in der es eine heftige Reaktion gab.“ Und zwar von Robert Lange, der drei Wochen nicht mit Frank redete, nachdem er die CDU-Fraktionssitzung wütend verlassen hatte. Selbst die damalige Oberbürgermeisterin, Petra Roth (CDU), sah sich genötigt, Lange zu beschwichtigen.
Er habe sich aus eigener sportlicher Erfahrung stets für eine große Halle im Sportpark Preungesheim eingesetzt, sagt Lange. Er habe Handball gespielt, doch es habe keine geeignete Halle im Ortsbezirk gegeben. “Der nächste Nachteil war, dass wir als Jugendliche in der Nordweststadt spielten. Das wiederholt sich derzeit beim TSV Berkersheim, denn deren erfolgreiche Floorballer müssen in Fechenheim spielen. Auch einen Fußballplatz gibt es seit dem Bau der A 661 nicht mehr in Preungesheim“, betont Lange, wie wichtig die Halle für den Stadtteil ist.
Quelle FNP von: Andreas Haupt



