{"id":9100,"date":"2016-10-26T08:28:50","date_gmt":"2016-10-26T06:28:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/?p=9100"},"modified":"2016-10-26T08:28:50","modified_gmt":"2016-10-26T06:28:50","slug":"das-geschaeft-mit-den-talenten-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/2016\/das-geschaeft-mit-den-talenten-teil-2\/","title":{"rendered":"Das Gesch\u00e4ft mit den Talenten (Teil 2)"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9104\" src=\"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/167-Talente-2-300x220.jpg\" alt=\"167-talente-2\" width=\"462\" height=\"339\" srcset=\"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/167-Talente-2-300x220.jpg 300w, https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/167-Talente-2.jpg 468w\" sizes=\"auto, (max-width: 462px) 100vw, 462px\" \/><\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00bbJeder spielt mit dem Traum, Profi zu werden\u00ab, sagt Solmaz. \u00bbDas ist die Grundmotivation fast aller, die hier spielen.\u00ab In der U17 der TSG sagten 19 von 20 Spielern, dass sie noch Profi werden wollen.<\/strong><\/p>\n<p><!--more-->\u00bbAuch wenn ich manchen eigentlich sagen m\u00fcsste, dass es nicht reichen wird, lasse ich ihnen die Hoffnung.\u00ab Solmaz betont gerne, dass die Berater im System gefangen sind, wenn es um die H\u00f6he der Provision geht. \u00bbTreffen sie dann die richtige Entscheidung f\u00fcr die Spieler?\u00ab Er selbst aber ist genauso im System \u00bbgefangen\u00ab \u2013 er lebt von der Talentf\u00f6rderung Mittelhessen. Die TSG rekrutiert selbst, hat Akteure aus ganz Hessen im Kader. Und zieht somit die talentiertesten Spieler aus der Region ab. F\u00fcr die kleineren Vereine nicht einfach. Stellvertretend sagt Rolf Wei\u00df, Jugendleiter vom TSV Klein-Linden: \u00bbDie Talentf\u00f6rderung sehe ich positiv. Aber es ist schon frustrierend, wenn sie im Verein endlich mal einen haben, der herausragt, an dem sich die Mannschaft orientieren kann und dann bekommen sie ihn sofort weggenommen.\u00ab<\/p>\n<p>Auch vom VfB 1900 Gie\u00dfen wechseln Spieler zur TSG Wieseck. Die finanziellen M\u00f6glichkeiten beider Vereine bewegen sich im Jugendbereich auf \u00e4hnlichem Niveau, die TSG ist nicht nur von der Infrastruktur her aber f\u00fchrend. Vier Spieler wechselten vom VfB 1900 Gie\u00dfen in diesem Sommer in ein NLZ. \u00bbDas sind weniger als in Wieseck, weil wir keine Kooperation mit einem Profiverein haben\u00ab, sagt Jugendleiter Harry Pfeiffer.Diese Kooperation bringt Wieseck als Vermittlungsstation zwar einen guten Ruf, aber kaum Geld. \u00bbWenn ein Jugendspieler einen Ausbildungsvertrag bekommt, erh\u00e4lt der auszubildende Verein rechtlich gesehen keinen Cent\u00ab, erkl\u00e4rt Solmaz. \u00bbDa bildest du Spieler jahrelang aus, musst die Stelle neu besetzen und bekommst h\u00e4ufig kein Geld.\u00ab Erst beim Profivertrag partizipiert Wieseck.<\/p>\n<p>Einer, der den Sprung in das NLZ geschafft hat und den typischen Wiesecker Weg gegangen ist, hei\u00dft David Siebert. Der 15-j\u00e4hrige Gie\u00dfener trainierte jahrelang nebenbei in Frankfurt mit, spielte aber f\u00fcr Wieseck. Vor zwei Jahren sagte er der Eintracht am Telefon ab, weil er lieber weiter mit seinen Kumpels Fu\u00dfball spielen wollte. Ein Jahr sp\u00e4ter folgte dann der Wechsel. \u00bbEs war sicherlich sinnvoll, zu dieser Zeit nach Frankfurt zu wechseln\u00ab, sagt sein Vater Carsten. Er versucht, das gesteigerte Interesse an seinem Sohn zu filtern. \u00bbWir verzichten auch auf einen Berater und machen das alles noch selbst mit gesundem Menschenverstand.\u00ab Mittlerweile hat er die Telefonnummern von \u00fcber 20 Beratern und Scouts, die bei ihm zu Hause angerufen haben. Viermal in der Woche f\u00e4hrt David Siebert zum Training, geht noch auf die Ostschule. Der 15-J\u00e4hrige stand schon im Aufgebot der U16-Nationalmannschaft, er ist einer, der im Fokus steht. Sein Vater ist Arzt, seine Mutter Sozialp\u00e4dagogin \u2013 beide versuchen, gelassen mit dem Thema umzugehen. \u00bbDavid wei\u00df, dass ich als Puffer dazwischen bin.\u00ab Jeder Beteiligte in diesem Gesch\u00e4ft betont, wie wichtig Einstellung und Erwartungshaltung der Eltern sind. \u00bbJe aufgeregter die Eltern, desto unwahrscheinlicher ist es, dass der Spieler nach oben kommt\u00ab, meint Solmaz.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9101\" src=\"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/167-Deni-Sooemaz147x250.jpg\" alt=\"167-deni-sooemaz147x250\" width=\"103\" height=\"175\" \/><\/p>\n<p>In der Regel gilt: Bis zur U15 sollte der Sprung zum Profiverein absolviert sein, danach kommt der von Solmaz bezeichnete \u00bbZweitmarkt\u00ab, in der U17 gebe es nur noch \u00bbwenige Sp\u00e4tz\u00fcnder. Danach ist es im Grunde vorbei mit dem Profibereich.\u00ab Trotz dieser Gewissheit sagt Solmaz am Elternabend Jahr f\u00fcr Jahr den gleichen Satz: \u00bbGras w\u00e4chst nicht schneller, wenn man daran zieht. Eltern ziehen st\u00e4ndig. Die Entwicklung braucht Zeit.\u00ab<\/p>\n<p>Um Eltern f\u00fcr einen Wechsel in ein NLZ zu begeistern, haben die Profivereine viele Mittel. Mainz 05 bietet von Gie\u00dfen aus t\u00e4glich einen Neun-Mann-Bus, der die Spieler zum Training nach Rheinland-Pfalz f\u00e4hrt. \u00bbIn Hoffenheim fahren nach dem Training sechs, sieben Busse weg\u00ab, sagt Peter G\u00e4n\u00dfler. \u00bbDas ist alles im Paket drin.\u00ab Es gibt Bundesligavereine, die mit ihrer Jugendmannschaft nach Katar, Dallas oder Dubai fliegen. \u00bbIm Kampf um die Besten, wollen sie ihnen was bieten \u2013 das ist wie eine Frau, die sich h\u00fcbsch macht f\u00fcr den Markt\u00ab, sagt Solmaz. \u00bbWas das mit der Psyche eines Spielers macht, wenn er mit 14 Jahren nach Katar fliegt, dann aussortiert wird und in Wieseck wieder gegen Bad Hersfeld spielt, ist die andere Frage.\u00ab Auch Jugendliche sollen mittlerweile stattliche Geh\u00e4lter kassieren, tausende Euro sollen bei gro\u00dfen Talenten reihenweise gezahlt werden.<\/p>\n<p>Der Weg in die Bundesliga f\u00fchrt \u00fcber ein NLZ \u2013 aber selbst wenn man dort angelangt ist, ist die Wahrscheinlichkeit, es zum Profi zu schaffen, gering. Legt man die letzten drei A-Jugend-Jahre zugrunde, schafften folgende Spieler von Eintracht Frankfurt den Sprung zu einem Profiverein: Nico Rinderknecht (Ingolstadt), Luca Waldschmidt (Hamburger SV), Enis Bunjaki, Marc Stendera, Joel Gerezgiher (alle Eintracht Frankfurt) und Marc-Oliver Kempf (Freiburg). In der aktuellen Saison lief noch kein einziger Akteur bei den Frankfurtern auf, der in der Jugend bei der Eintracht spielte.<\/p>\n<p><strong>Es ist ein System, das vor allem vom Traum Bundesligaprofi lebt. Ein System, das sich verselbstst\u00e4ndigt hat und zum Gesch\u00e4ft geworden ist, in dem es, wie Marco Vollhardt feststellt,<\/strong><\/p>\n<h2>\u00bbLetztendlich nur noch ums Geld geht. Der Mensch steht nicht mehr im Vordergrund.\u00ab<\/h2>\n<p>Quelle: Giessener Allgemeine Zeitung<br \/>\nvom 15.10.2016<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbJeder spielt mit dem Traum, Profi zu werden\u00ab, sagt Solmaz. \u00bbDas ist die Grundmotivation fast aller, die hier spielen.\u00ab In der U17 der TSG sagten 19 von 20 Spielern, dass sie noch Profi werden wollen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-9100","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9100","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9100"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9100\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9106,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9100\/revisions\/9106"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9100"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9100"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9100"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}