{"id":8104,"date":"2016-08-10T11:54:51","date_gmt":"2016-08-10T09:54:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/?p=8104"},"modified":"2016-08-13T10:14:38","modified_gmt":"2016-08-13T08:14:38","slug":"bezahlung-im-amateurfussball-kein-geld-fuer-hobby-ronaldos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/2016\/bezahlung-im-amateurfussball-kein-geld-fuer-hobby-ronaldos\/","title":{"rendered":"Bezahlung im Amateurfu\u00dfball &#8211; \u201cKein Geld f\u00fcr Hobby Ronaldos&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-8141\" src=\"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/162-Kein-Geld-300x200.jpg\" alt=\"162 Kein Geld\" width=\"464\" height=\"309\" srcset=\"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/162-Kein-Geld-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/162-Kein-Geld.jpg 468w\" sizes=\"auto, (max-width: 464px) 100vw, 464px\" \/><\/strong><\/p>\n<p><strong>Die j\u00fcngsten Diskussionen um den fl\u00e4chendeckenden Mindestlohn f\u00fcr Fu\u00dfballer im Amateurbereich zeigen, wie sehr der popul\u00e4rste Sport in Deutschland auch in niedrigen Gefilden vom Geld dominiert wird.\u00a0 <\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Was im Spitzensport anf\u00e4ngt, setzt sich im Amateurbereich fort: Fu\u00dfballer sind im Verh\u00e4ltnis die bestbezahlten Sportler des Landes. Ob Leichtathleten, Handballer oder Skifahrer &#8211; niemand kommt an die kickenden M\u00e4nner heran. Frauensport mal ganz zu schweigen. Selbst in unteren Ligen, wo nicht selten die Hobby-Ronaldos der Kreisklassen ihren kleinen Bauchansatz 90 Minuten mehr schlecht als recht \u00fcber den Platz schleppen, l\u00e4sst sich Geld verdienen. Kein Verm\u00f6gen, nicht in jedem Verein, aber doch ein paar Euro.<\/p>\n<p>So war es nicht \u00fcberraschend, dass die Einf\u00fchrung des Mindestlohns zum 1. Januar 2015 vor allem im Amateurfu\u00dfball f\u00fcr Aufregung sorgte. 8,50 Euro pro Stunde sollte jeder vertraglich gebundene Fu\u00dfballer verdienen, f\u00fcr sein Hobby. Gute Aussichten f\u00fcr die Spieler, schlechte f\u00fcr die Vereine. Deshalb reagierte die Politik und schob Ende Februar einen Riegel vor. Bei Amateurfu\u00dfballern stehe der Spa\u00df und nicht das Geldverdienen im Vordergrund. Demnach sei das Gesetz nicht f\u00fcr die Fu\u00dfballer gedacht, erkl\u00e4rte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. Ob ihre Einsch\u00e4tzung auch vor Gericht bestehen w\u00fcrde, ist nicht gesichert. Nahles bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.<\/p>\n<p>Vor allem in den h\u00f6heren Amateurklassen wie Hessenliga und Verbandsliga sind die Spieler nicht ausschlie\u00dflich aus Spa\u00df unterwegs, manche Fu\u00dfballer verdienen mehr als nur ein kleines Taschengeld. Genaue Zahlen sind nicht bekannt, das bleibt Geheimnis der Vereine und Spieler. Grobe Tendenzen gibt es freilich. Qualit\u00e4t, Erfahrung und ein gewisses Verhandlungsgeschick sind gute Voraussetzungen f\u00fcr einen prallen Geldbeutel. \u00c4ltere Spieler erhalten meist mehr als Talente. Von anderen Vereinen verpflichtete Spieler kassieren mehr als Eigengew\u00e4chse. Der Topst\u00fcrmer bekommt mehr als der Einwechselspieler. Dass manche Kicker in den h\u00f6heren Amateurligen auf einen vierstelligen Betrag im Monat kommen, ist kein gro\u00dfes Geheimnis. Der Durchschnittsverdienst aber d\u00fcrfte in Hessenliga, Verbandsliga und Gruppenliga zwischen 100 und 400 Euro liegen.<\/p>\n<p>Nicht selten k\u00f6nnen oder wollen Vereine nach einer gewissen Zeit nicht mehr zahlen &#8211; mit Folgen: Sie haben sportlich kaum noch Chancen, steigen ab oder ziehen sich freiwillig zur\u00fcck. Drei Beispiele aus der Region: <strong>Kickers Obertshausen,<\/strong> <strong>TGM SV J\u00fcgesheim<\/strong> und <strong>Viktoria Urberach.<\/strong> \u201cDer finanzielle und organisatorische Aufwand steht in keinem Verh\u00e4ltnis zum wirtschaftlichen Ertrag\u201c, begr\u00fcndete J\u00fcgesheims Vorstandsmitglied Uwe Kuhn vor einem Jahr den R\u00fcckzug des Hessenliga-Meisters in die Gruppenliga. Urberachs Finanzchef J\u00fcrgen Braun argumentierte nach dem finanziell bedingten Abstieg des langj\u00e4hrigen Hessenligisten in die Verbandsliga \u00e4hnlich: \u201cAuch in der Landesliga oder Gruppenliga gucken die Viktoria-Fans Fu\u00dfball.\u201c Grunds\u00e4tzlich gibt es drei verschiedene Ans\u00e4tze im Amateurbereich: Vereine, die komplett auf Vertragsamateure (um die ging es bei der Mindestlohn-Diskussion) setzen. Vereine, die ihre Spieler haupts\u00e4chlich \u00fcber Kilometergeld f\u00fcr Anfahrten sowie Punktpr\u00e4mien belohnen. Und die Vereine, die gar kein Geld bezahlen.<\/p>\n<p>Vorteile und Nachteile haben alle Varianten. Vertragslose Spieler k\u00f6nnen nichts einfordern, die Einhaltung der finanziellen Absprachen basiert auf Vertrauen. Im gegenzug sind aber auch die Spieler zu nichts verpflichtet. Anders ist dies bei den etwa 8800 Vertragsamateuren in Deutschland. Sie m\u00fcssen regelm\u00e4\u00dfig ins Training kommen und Leistung erbringen, daf\u00fcr werden ihnen mindestens 250 Euro im Monat garantiert. \u201cDer Spieler unterwirft sich der Vereinsstrafgewalt\u201c, hei\u00dft es in den offiziellen Schriften des DFB. Im Verletzungsfall sind die Fu\u00dfballer zudem durch die Berufsgenossenschaft abgesichert. Der wohl strittigste Punkt ist jedoch, dass Vereine, die mit Vertragsamateuren arbeiten, nicht selten aus purem Eigennutz handeln. Sie wollen sich bei Neuverpflichtungen die Abl\u00f6se sparen. Normalerweise erh\u00e4lt der abgebende Verein bei einem Wechsel eine festgeschriebene Entsch\u00e4digung. Wechselt zum Beispiel ein Spieler aus der Kreisliga zu einem Verbandsligisten sind je nach Alter des Spielers und Dauer der Vereinszugeh\u00f6rigkeit zwischen 750 und 3000 Euro f\u00e4llig. Diese Regelung kann durch die Vergabe eines Amateurvertrags umgangen werden. Der Spieler kostet dann keinen Cent Abl\u00f6se.<\/p>\n<p>Ob letztlich die vertraglich durch den Verband garantierten 250 Euro im Geldbeutel des Spielers landen, ist vor allem in niedrigen Klassen nicht sicher. Ein nicht unbekannter Trick: Zwar werden 250 Euro offiziell \u00fcberwiesen, in Absprache zwischen Verein und Spieler findet ein Teil des Gehalts den Weg aber wieder zur\u00fcck in die Vereinskasse.<\/p>\n<p>In den unteren Ligen auf Kreisebene setzt sich derweil mehr und mehr die dritte Variante durch, die Spieler nicht zu bezahlen: In Dreieich etwa wurde im Zuge der Umstrukturierungen in der Vereinslandschaft ein Kodex vereinbart, nach dem den Fu\u00dfballern \u2013 mit Ausnahme des Verbandsligisten SC Hessen Dreieich &#8211; kein Geld gezahlt werden soll. Eine positive Entwicklung, die aber eine logische Folge hat: Hessen-, Verbands- und Gruppenliga sind f\u00fcr die restlichen Dreieicher Klubs in weite Ferne ger\u00fcckt. Denn insgesamt wird der Amateurfu\u00dfball auch ohne fl\u00e4chendeckenden Mindestlohn in Zukunft f\u00fcr viele Spieler ein lohnendes Gesch\u00e4ft bleiben. Vorerst werden sich immer wieder vereinzelt Vereine finden, die f\u00fcr die Hobby-Ronaldos der Kreisklassen den einen oder anderen Geldschein mehr als die lokale Konkurrenz auf den Verhandlungstisch legen. Ganz so wie in der gro\u00dfen weiten Welt des Profifu\u00dfballs.<\/p>\n<p>Quelle: Offenbach Post<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die j\u00fcngsten Diskussionen um den fl\u00e4chendeckenden Mindestlohn f\u00fcr Fu\u00dfballer im Amateurbereich zeigen, wie sehr der popul\u00e4rste Sport in Deutschland auch in niedrigen Gefilden vom Geld dominiert wird.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-8104","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8104","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8104"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8104\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8143,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8104\/revisions\/8143"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8104"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8104"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8104"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}