{"id":21368,"date":"2021-12-17T11:00:44","date_gmt":"2021-12-17T09:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/?p=21368"},"modified":"2021-12-17T12:32:34","modified_gmt":"2021-12-17T10:32:34","slug":"papa-muss-weihnachten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/2021\/papa-muss-weihnachten\/","title":{"rendered":"Papa muss Weihnachten&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-21369\" src=\"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/106-Frohe-Weihnachten-300x134.jpg\" alt=\"\" width=\"472\" height=\"211\" srcset=\"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/106-Frohe-Weihnachten-300x134.jpg 300w, https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/106-Frohe-Weihnachten.jpg 468w\" sizes=\"auto, (max-width: 472px) 100vw, 472px\" \/>Als Katharina das Klingeln h\u00f6rte, wusste sie schon vor dem abheben des H\u00f6rers, dass er wieder mal nicht rechtzeitig zum Abendessen da sein w\u00fcrde.<\/strong><\/p>\n<p><!--more-->Aber nicht die Tatsache, dass er wieder sp\u00e4ter kommen w\u00fcrde, sondern der traurige Blick ihrer Tochter schmerzte sie. Gerade mal 4 Jahre alt wusste Kassandra schon, dass es immer das Gleiche bedeutete, wenn um diese Uhrzeit das Telefon klingelte. \u201cPapa muss noch einen Bericht fertig machen!\u201c, \u201cPapa muss noch einen Kollegen in die Arbeit einweisen!\u201c, \u201cPapa muss noch an einer Besprechung teilnehmen!\u201c, und so weiter, und so weiter.<\/p>\n<p>Das waren die S\u00e4tze, die Kassandra von ihrer Mutter h\u00f6rte, wenn das Telefon die Versp\u00e4tung eingel\u00e4utet hatte. Und auch die Mama fand das immer sehr traurig, denn so viel gemeinsame Zeit ging dem Vater und Ehemann verloren, weil er immer so viel anderes noch \u201cmusste\u201c.<\/p>\n<p>Und dabei war doch jetzt Advent. Die Zeit von Ruhe und Besinnlichkeit. Die Zeit, die mit der Familie verbracht werden sollte um gemeinsam Vorbereitungen f\u00fcr Weihnachten zu machen oder auch nur gemeinsam zur Ruhe zu kommen.<\/p>\n<p>Im Kindergarten hatten sie Geschichten geh\u00f6rt vom gemeinsamen Backen der Pl\u00e4tzchen, denn daf\u00fcr brauchte das Christkind Hilfe. W\u00e4re ja auch viel zu viel Arbeit f\u00fcr\u2019s Christkind all\u2019 die Weihnachtspl\u00e4tzchen f\u00fcr die ganze Welt alleine zu backen. Schlie\u00dflich hat das Christkind ja auch Adventszeit sobald die erste Kerze brennt.<\/p>\n<p>Und die ganze Familie bastelt zusammen f\u00fcr den Weihnachtsbaum oder vorher f\u00fcr den Adventskranz und evtl. auch einen Adventskalender f\u00fcr jeden. Aber eben zusammen, also auch mit dem Papa.<\/p>\n<p>Musste Papa denn au\u00dfer seiner Arbeit nicht auch f\u00fcr sie da sein? F\u00fcr sie und ihre Mutter um alle diese sch\u00f6nen Sachen zusammen zu erleben? Bisher hatte er keinen Tag Zeit gehabt und morgen war schon Nikolaus. Also auch gar nicht mehr so lange hin bis Weihnachten. Ja und den Nikolaus hatte Papa letztes Jahr auch schon verpasst, so wie er es wohl auch dieses Jahr tun w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Katharina hob den H\u00f6rer ab und noch bevor sie sich hatte melden k\u00f6nnen h\u00f6rte sie Gabriel sagen: \u201cNein, mein Schatz, ich werde heute nicht zu sp\u00e4t sein\u201c.<\/p>\n<p>Sie stutzte und fragt: \u201cWie meinst du das? Besser gefragt \u2013 wozu zu sp\u00e4t oder eben nicht?\u201c<\/p>\n<p>\u201cHeute Abend bin ich zum Essen zu Hause. Und wenn dann der Nikolaus zu uns kommen will, dann bin ich auch da. Und \u00fcberhaupt werde ich jeden Abend da sein und ganz besonders auch am Heiligen Abend\u201c.<\/p>\n<p>Katharina glaubt nicht, was sie soeben geh\u00f6rt hat. Noch nie hat Gabriel angerufen, wenn er p\u00fcnktlich Heim kam \u2013 was sowieso selten genug passierte. Immer nur Versp\u00e4tungen hatte er angek\u00fcndigt oder gar pl\u00f6tzliche Gesch\u00e4ftsreisen. Dann hatte sie ihm sogar den Koffer gepackt zum Bahnhof oder Flughafen bringen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Vorsichtig fragte Katharina nach: \u201cAlso, Gabriel, versteh\u2019 mich bitte nicht falsch, Kassandra und ich freuen uns sehr, wenn du heute da bist. Aber was ist passiert? Noch nie hast du angerufen, wenn du nicht sp\u00e4ter oder gar nicht Heim gekommen bist? Und jetzt k\u00fcndigst du dich an zum p\u00fcnktlich sein f\u00fcr heute und die ganzen kommenden Tage. Also, was ist passiert?\u201c<\/p>\n<p>Tja, was war passiert? So ganz genau wusste das Gabriel selbst nicht. Und genau erkl\u00e4ren konnte er es genau so wenig, wie selbst genau verstehen was mit ihm heute passiert war. Er f\u00fchlte sich ein bisschen in das Charles Dickens-M\u00e4rchen \u201cScrooge\u201c versetzt, wenn er an den heutigen Nachmittag zur\u00fcck denkt.<br \/>\nSeinen neuen Kunden, mit dem er heute den ersten Termin gebucht hatte, hatte er sich doch ganz anders vorgestellt.<\/p>\n<p>Die Sekret\u00e4rin brachte ein kleines zierliches M\u00e4dchen in sein B\u00fcro mit den Worten: \u201cDein Termin, Gabriel\u201c, und verschwand verschmitzt l\u00e4chelnd.<\/p>\n<p>Er hatte aufgeschaut und blickte direkt in die gro\u00dfen tiefblauen Augen des zierlichen Kindes, die ihn fest und durchdringend ansahen.<\/p>\n<p>Eigentlich hatte es in dem Gespr\u00e4ch um die wesentlichen Strukturen von Gemeinschaft gehen sollen und jetzt stand da dieses M\u00e4dchen vor ihm.<\/p>\n<p>Er hatte sich ger\u00e4uspert und dann gesagt: \u201cTja, ich glaube, du bist hier bestimmt falsch. Oder hast du dir einen Scherz mit mir erlaubt?\u201c<\/p>\n<p>\u201cNein\u201c, hatte die Kleine daraufhin gemeint, \u201e\u201cIch bin hier genau richtig und ein Scherz ist das auch nicht.\u201c Sie war direkt auf Gabriel um den Schreibtisch herum zugekommen, hatte sich auf seinen Scho\u00df gesetzt und den v\u00f6llig \u00dcberraschten bei den H\u00e4nden gegriffen. Dann sagte sie folgendes:<\/p>\n<p>\u201cGabriel, ich habe immer tolle Dinge erlebt genau in den Zeiten, in denen er den Menschen nur um die Familie ging. So sch\u00f6ne Dinge kann man gemeinsam tun und sich dabei die herrlichsten Geschenke machen. Und alles was mir wirklich etwas bedeutet war bisher selbst gemacht oder einfach nur die Zeit, die mit mir verbracht wurde. Alles kann man mit Geld kaufen, aber davon ist rein gar nichts wirklich wichtig. Denn alles, was wirklich wichtig ist, ist mit Geld nicht zu kaufen oder zu bezahlen. Zeit, miteinander und f\u00fcr einander. Liebe f\u00fcr den n\u00e4chsten und besonders alle die uns nah sind.\u201c<\/p>\n<p>Dann war sie aufgesprungen und zur T\u00fcr gegangen, hatte sich zu dem mit offenem Mund da sitzenden Gabriel umgedreht und gesagt: \u201cMerk dir das, denn genau das allein ist wichtig!\u201c<\/p>\n<p>Dann hatte sich die T\u00fcr hinter dem Kind geschlossen und Gabriel hatte da gesessen und nicht gewusst, ob er gerade getr\u00e4umt hatte. Auch sich an den Kopf klopfen hatte ihm das nicht best\u00e4tigen k\u00f6nne. Er wollte sich gerade wieder seinen Akten widmen, aber zog dann seine Hand doch wieder zur\u00fcck. Dieses Kind, wer war es und wieso hatte sie einen Termin bei ihm haben k\u00f6nnen. Er hatte seine Sekret\u00e4rin dazu gerufen und diese schwor Stein und Bein, dass er weder gerade einen Termin gehabt habe, noch dass sie ihm ein kleines M\u00e4dchen ins B\u00fcro gebracht h\u00e4tte. Im Gegenteil erkundigte sie sich ob bei ihm alles in Ordnung sei bevor sie das B\u00fcro wieder verlie\u00df.<\/p>\n<p>Lange hatte er da gesessen und \u00fcber das Geschehene oder eben nicht Geschehene nachgedacht. Dann hatte er den H\u00f6rer genommen und seine Frau angerufen, der er jetzt einfach alles so erz\u00e4hlte, wie er es erlebt hatte.<\/p>\n<p>\u201cKomm jetzt nach Hause, mein Schatz\u201c, sagte Katharina zu Gabriel \u201cund lass uns gemeinsam zu Abend essen, denn jetzt ist auch Kassandra wieder da. Sie war einige Zeit nicht zu finden.\u201c<\/p>\n<p>Und als alle drei zusammen beim Abendessen sa\u00dfen, da kam der Nikolaus. \u201cDas wird das Christkind sehr freuen\u201c, sagte er zu Gabriel und alle drei bekamen ein kleines Geschenk.<\/p>\n<p>von Conny Cremer<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-21371\" src=\"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/012k-Weihnachten-trotz-Corona-286x300.jpg\" alt=\"\" width=\"431\" height=\"452\" srcset=\"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/012k-Weihnachten-trotz-Corona-286x300.jpg 286w, https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/012k-Weihnachten-trotz-Corona.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 431px) 100vw, 431px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Katharina das Klingeln h\u00f6rte, wusste sie schon vor dem abheben des H\u00f6rers, dass er wieder mal nicht rechtzeitig zum Abendessen da sein w\u00fcrde.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-21368","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21368","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21368"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21368\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21373,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21368\/revisions\/21373"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21368"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21368"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21368"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}