{"id":20379,"date":"2021-05-15T16:24:46","date_gmt":"2021-05-15T14:24:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/?p=20379"},"modified":"2025-08-11T20:32:54","modified_gmt":"2025-08-11T18:32:54","slug":"im-mittelpunkt-steht-die-freude-am-spiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/2021\/im-mittelpunkt-steht-die-freude-am-spiel\/","title":{"rendered":"Im Mittelpunkt steht die Freude am Spiel"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-20390\" src=\"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/061-Jugendfussball-300x135.jpg\" alt=\"\" width=\"472\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/061-Jugendfussball-300x135.jpg 300w, https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/061-Jugendfussball.jpg 468w\" sizes=\"auto, (max-width: 472px) 100vw, 472px\" \/>FUNINO &#8211; Sechs Kinder, vier Tore, jede Menge Spa\u00df &#8211; so soll die Re- form des DFB bei den Kleinsten aussehen<\/strong><\/p>\n<p><!--more-->Drei-gegen-Drei: Eine beliebte Spielform im Fu\u00dfball, die mit Sicherheit jeder Trainer, egal welcher Spielklasse, schon einmal im Trai- ning hat u\u0308ben lassen. Dann meist in einer Art Turnierform auf kleinerem Feld mit Mini-Toren; natu\u0308rlich ohne Torhu\u0308ter. Das Trainingsziel einer sol- chen Einheit: Viele Dribblings, viel Bewegung und Zweika\u0308mpfe. Mit Blick auf den Kinderfu\u00dfball sehen viele Ausbilder mittlerweile in dieser Spiel- form fu\u0308r die Ju\u0308ngsten eine gute Entwicklungsmo\u0308glichkeit ihrer Fa\u0308higkei- ten, obgleich unter anderen als den oben genannten Aspekten.<\/p>\n<p>Bei den kleinsten Kickern kennt man das Drei-Gegen-Drei-Spielprinzip unter dem Namen Funino. Was ein bisschen wie ein neuer brasiliani- scher Stu\u0308rmerstar klingt, ist eigentlich eine simple Wort- Zusammensetzung aus dem englischen Wort <strong>\u201cfun&#8220; (Spa\u00df)<\/strong> und dem spanischen Begriff \u201c<strong>nino&#8220; (Kind)<\/strong> &#8211; und beschreibt damit die Kernidee knapp, aber pra\u0308zise: Die Kinder sollen Spa\u00df haben am Fu\u00dfball.<\/p>\n<p>Genau den haben zu viele Nachwuchsfu\u00dfballer mit den aktuellen Spielformen nicht, glauben die Experten in den Verba\u0308nden festgestellt zu haben. Grund genug fu\u0308r den DFB und die Landesverba\u0308nde, die momentanen Wettbewerbsformen des Kinderfu\u00dfballs in der G- und F-Jugend (4 bis 8 Jahre) reformieren zu wollen. In einem kostenlosen Online-Vortrag stellte der Hessischen Fu\u00dfball-Verband (HFV) die Idee ju\u0308ngst nochmals vor.<\/p>\n<p><strong>Am Ball bleiben und nicht die Lust verlieren<\/strong><\/p>\n<p>\u201cWarum wollen wir den Kinderfu\u00dfball vera\u0308ndern?&#8220;, lautete die ero\u0308ffnende Frage des Seminars. Eine Anekdote verdeutlicht beispielhaft die Intension des Vorhabens: Sascha Wilke, einer der Referenten des HFV- Seminars und Klassenleiter des Kreisjugendausschusses an der Berg- stra\u00dfe, erza\u0308hlt, wie er seinen Sohn zum Auswa\u0308rtsspiel vom heimischen Bu\u0308rstadt nach Mo\u0308rlenbach fuhr. Fast 45 Minuten einfacher Weg durch den kurvigen Odenwald. Eine Tour, die dem Sohnemann gar nicht gut bekam &#8211; und alles nur, um fu\u0308r gerade mal zwei Minuten Spielzeit eingewechselt zu werden. \u201cDa la\u0308uft doch etwas grundlegend falsch&#8220;, a\u0308rgert sich Wilke nicht nur, aus va\u0308terlichem Mitgefu\u0308hl mit den \u201cseekranken&#8220; Filius. \u201cEr ist nicht der beste Kicker, da kommt er ganz nach dem Papa. Aber er will doch nur Fu\u00dfball spielen&#8220;, verdeutlicht der Su\u0308dhesse die Problematik, die man mit dem Funino-Projekt anzugehen versucht: Die Kinder am Ball halten und durch Spa\u00df am Spiel dafu\u0308r zu sorgen, dass sie nicht die Lust am Fu\u00dfball verlieren und aufho\u0308ren.<\/p>\n<p>Ein weiteres Problem der derzeitigen Verha\u0308ltnisse im Kinderfu\u00dfball sei der negative Einfluss von Au\u00dfen durch u\u0308bereifrige Eltern oder Trainer. Kinder wu\u0308rden durch die permanenten Anweisungen von der Seitenlinie zu \u201cMarionetten&#8220; verkommen, Selbstentfaltung und Spa\u00df blieben auf der Strecke. Positionstreue und taktische Vorgaben, die in dem Alter oh- nehin meist an der Realita\u0308t vorbeigingen, kollidierten nicht selten mit dem kindlichen Wunsch nach Spielfreude.<\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-20385\" src=\"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/061-Fiunino-468x263-1-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"467\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/061-Fiunino-468x263-1-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/061-Fiunino-468x263-1.jpg 468w\" sizes=\"auto, (max-width: 467px) 100vw, 467px\" \/>Die Lo\u0308sung des Problems: Der Fu\u00dfball <\/strong><strong>mu\u0308sse den Kindern angepasst werden, nicht andersherum.<\/strong> Anstatt Sieben-gegen-Sieben auf verku\u0308rztem Feld nach Regeln der Gro\u00dfen spielen zu lassen, brauche es die Variante mit den Dreier-Teams auf deutlich kleinerem Feld und auf vier Mini- Tore anstelle von zwei Kleinfeldtoren. Zumal diese fu\u0308r die Knirpse ohnehin unverha\u0308ltnisma\u0308\u00dfig gro\u00df seien. Torhu\u0308ter soll es keine geben, Aus- wechselspieler werden eher als \u201cRotationspieler&#8220; verstanden; durch die Festlegung einer geregelten Wechselabfolge wird allen Kindern ausreichend Spielzeit garantiert. Ein undankbarer Zwei-Minuten-Einsatz, wie der von Wilke junior, soll somit vermieden werden. Und vor allem mu\u0308sse man, die Kinder &#8211; auf gut Deutsch gesagt &#8211; einfach mal machen lassen. Wie beim Fairplay-Prinzip sollen sie eigensta\u0308ndig u\u0308ber Fouls entschei- den. Das fo\u0308rdere auch die soziale Kompetenz.<\/p>\n<p>Entwickelt wurde Funino schon in den fru\u0308hen 90er Jahren von Horst Wein, eben mit dem Ziel, die Anzahl der Ballkontakte je Spieler und damit den Spielspa\u00df zu erho\u0308hen. Dass im Namen der neuen Spielform ein brasilianischer Unterton mitschwingt und technische Finesse und Spiel- freude suggeriert werden, kommt also nicht von ungefa\u0308hr. Und weniger Mitspieler bedeuten zwangsla\u0308ufig mehr Ballbesitz.<\/p>\n<p><strong>\u201cSchlechteste&#8220; wird nicht mehr abgestraft<\/strong><\/p>\n<p>In Spanien, England oder Frankreich la\u0308sst man den Nachwuchs schon seit Jahren nach diesem Prinzip spielen. \u201cAus den La\u0308ndern kommen bekanntlich die besten Solisten derzeit&#8220;, argumentiert Christoph Liebich, Verbandssportlehrer beim HFV und ebenfalls einer der Referenten des Online-Seminars. Ganz nebenbei fo\u0308rdere man so auch die Talente- Entwicklung &#8211; ironischerweise sogar fu\u0308r die Torhu\u0308ter. Die Debatte kennen schlie\u00dflich viele vom Schulhof oder Bolzplatz: Der vermeintlich schlechteste Spieler wird damit abgestraft, zwischen die Pfosten zu mu\u0308s- sen. Meist mo\u0308chte jedes Kind Stu\u0308rmer sein und Tore schie\u00dfen. Beim Funino sind sie es &#8211; jede Position wird eingenommen, au\u00dfer der des Torhu\u0308ters.<\/p>\n<p>Womit sich die Frage aufdra\u0308ngt, ob dabei die Torhu\u0308ter-Ausbildung nicht zu kurz kommt. Antwort des Referenten: Nein. Den kommenden Manuel Neuer zu finden, dafu\u0308r sei noch ausreichend Zeit ab der E-Jugend (Alter acht bis zehn Jahre), in der sowieso erst die sensible Phase beginne und sich die jeweilige Berufung fu\u0308r bestimmte Positionen im Team heraus- kristallisiert. Durch Funino sei eine ganzheitliche motorische und fu\u00dfbal- lerische Ausbildung gewa\u0308hrleistet. Gerade heutzutage zeichnet die bes- ten Torhu\u0308ter ja aus, dass sie auch technisch gute Fu\u00dfballer sind.<\/p>\n<p>In Bayern spielt man dieses System seit der Saison 2019\/2020 in den ju\u0308ngsten Altersklassen auf Wettkampfebene. Auch in Hessen war ein Pi- lotprojekt fu\u0308r die G- und F-Jugend in jener Saison geplant. Angedacht waren sogenannte \u201cFestivals&#8220;, die jeder Verein einmal ausrichten soll und bei dem alle Teams einer Liga zusammenkommen, um in einer Turnier- form gegeneinander anzutreten.<\/p>\n<p>Doch die Corona-Pandemie gra\u0308tschte dazwischen. Nun soll der na\u0308chste Anlauf gestartet werden &#8211; sobald es die Infektionslage wieder zula\u0308sst.<\/p>\n<p><strong>Funino in Stichworten<\/strong><\/p>\n<p>\u25a0Spielfeld: Gespielt wird auf einer Feldgro\u0308\u00dfe von 20 x 25 Meter mit vier Mini-Toren (zwei Meter breit, ein Meter hoch), die je zwei Meter von der Seitenlinie eingeru\u0308ckt stehen.<\/p>\n<p>\u25a0Spieldauer: Sie betra\u0308gt sieben Minuten, zu je sechs bis acht Spielrun- den; je nachdem, wie viele Teams anwesend sind. Zwischen den Partien sind jeweils drei Minuten Pause.<\/p>\n<p>\u25a0Spielform: Drei-Gegen-Drei, gewechselt wird ein Spieler nach Torerfolg. Idealerweise gibt es maximal zwei Rotationsspieler. Torhu\u0308ter gibt es kei- ne. Tore du\u0308rfen nur innerhalb einer Schusszone von sechs Metern erzielt werden. Geht der Ball ins Aus, soll eingepasst oder -gedribbelt werden. Gleiches gilt beim Ansto\u00df nach gegnerischem Torerfolg. Beim Anpfiff stehen die Spieler auf der Grundlinie, der Ball wird von der Seite einge- rollt. Anstelle eines Strafsto\u00dfes gibt es ein Penalty, a\u0308hnlich wie beim Eis- hockey.<\/p>\n<p>\u25a0 Spielleitung: Ein Feldbetreuer ersetzt den Schiedsrichter, die Kinder entscheiden selbst u\u0308ber Foulspiel und Wertung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: Frankfurter Neue Presse (rku)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FUNINO &#8211; Sechs Kinder, vier Tore, jede Menge Spa\u00df &#8211; so soll die Re- form des DFB bei den Kleinsten aussehen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-20379","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20379","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20379"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20379\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20392,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20379\/revisions\/20392"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20379"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20379"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.viktoria-preussen.de\/wirsehenuns\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20379"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}