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12.August 2017, Wichtige Meldungen
Abpfiff für 3000 Fußbälle — Neue Vorschriften Kinder erhalten aus Gesundheitsgründen kleinere Spielgeräte – Vereine beschweren sich

Wie ballaballa ist das denn? Mit Beginn der Spielrunde an diesem Wochenende müssen allein in Frankfurt rund 3000 Fußbälle für den Spielbetrieb der Jugendmannschaften ausgetauscht werden. Grund ist eine Regeländerung des DFB. Für die Amateurvereine bedeutet das ei- ne erhebliche finanzielle Belastung.

Frankfurt. Seit Jahren spielen die Fußball – Bambinis in der G-Jugend (der- zeit die Jahrgänge 2011 und 2012) mit Bällen der Größe 4; eine Größe weniger als der Ball der Erwachsenen mit Größe 5. Ab sofort spielt die G-Jugend nur noch mit Bällen der Größe 3. Auch bei den E-Junioren (Jahrgänge 2007 und 2008) und den F-Junioren (Jahrgänge 2009 und 2010) ändern sich die Ballgrößen: Sie spielen nun mit Bällen der Größe 4 statt bisher 5. Die A- bis D-Jugend darf mit ihren alten Bällen weiterkicken.

Empfehlung eines Arztes

Der Grund für den Ballwechsel: Der Arzt Christoph Bruhns, Chefarzt der Klinik für Sportorthopädie und Arthroskopie im Eduardus-Krankenhaus Köln, hat sich mit den Ballgrößen, Gewichten und deren Auswirkungen auf die Physiologie der Kinderkicker auseinandergesetzt. Das Ergebnis ist eine Warnung, dass zu große und schwere Bälle die Muskeln und Sehnen der Kinder überlasten und schädigen können. Daher hat der Deutsche Fußball Bund (DFB) eine Empfehlung für die neuen Ballgrößen ausgesprochen.

Alle Landesverbände haben bereits 2014 den Einsatz der neuen Ballgrößen befürwortet. Die Jugendleiter der 474 Nachwuchsmannschaften in Frankfurt kritisieren aber, dass die Änderung ohne Übergangsfrist von jetzt auf gleich in dieser Saison vollzogen werden muss, denn der Verband kennt kein Pardon: Ballgrößenverstöße im Spielbetrieb werden mit Verwaltungs- strafen durch den Verband geahndet. Das sind Geldstrafen über 20 Euro pro Vorfall

Die Vereine müssen nun neue Bälle anschaffen, und das in den Altersklassen, in denen die meisten Mitglieder registriert sind. Die Rede ist von rund 3000 Spielgeräten alleine in Frankfurt. René Pahl, Jugendleiter des VFR Bockenheim, hat ausgerechnet: “Wenn jedes Kind einen Ball erhält, bedeutet das für den Verein ein ungefähres Investitionsvolumen von rund 1800 Euro.“ Nicht nur Pahl, sondern viele Jugendleiter fragen sich: “Warum hat man nicht schon vorher informiert und eine Art Übergangsregelung ge- schaffen?“ Denn: “Dann hätte man die Umsetzung und Investition in neue Bälle besser planen können.“ Der Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) schätzt für ganz Deutschland ein Volumen von rund 25,3 Millionen Euro für neue Bälle.

In Frankfurt sind nach Angaben des Jugendleiters des SC Riedberg, Benjamin Kramm, rund 200 Junioren-Teams vom vorgeschriebenen Ballwechsel betroffen. Auch Kramm kritisiert, dass ohne eine Übergangsfrist mit den neuen Bällen gespielt werden muss. Glücklicherweise habe sich beim SC Riedberg ein Sponsor gefunden, der die Kosten für die neuen 3er- und 4er- Bälle übernommen habe.

Für Erwachsene zu leicht

Dass die Kleinen nun auch mit kleinen Bällen spielen, hält Kramm für sinnvoll: Für die Entwicklung des Ballgefühls und des Spiels sei bei den nur rund 1,20 Meter großen Kindern ein kleinerer Ball besser. Bei der E-Jugend dagegen ist aus Kramms Sicht der Wechsel auf den 4er-Ball nicht nötig, weil diese körperlich schon gut entwickelt seien. 150 Bälle des SC Riedberg zum Stückpreis von 12,50 Euro sind nun futsch. Denn die Jugendbälle der Größe 5 sind mit nur 290 Gramm Gewicht für die Erwachsenen zu leicht, würden über das Tor fliegen. Erwachsenenbälle der Größe 5 wiegen mindestens 410 Gramm.

Kreisjugendwart Hans-Joachim Döring versteht die Aufregung um die neuen Bälle nicht, denn: “Die alten können ja für den Trainingsbetrieb verwendet werden.“ Wenn die Vereine neue Bälle ausschließlich für den Spielbetrieb kauften, handle es sich lediglich um eine Investition von 100 Euro. Auch Michael Schäfer, Abteilungsleiter Jugend und Jugendreferent beim hessischen Fußballverband, rät, den Ball flach zu halten. Die Gesundheit des Nachwuchses habe Vorrang.

Quelle: Thomas Remlein (FNP)

Zu der Aussage von Herrn Döring,

“Die alten können ja für den Trainingsbetrieb verwendet werden.“ Wenn die Vereine neue Bälle ausschließlich für den Spielbetrieb kauften, handle es sich lediglich um eine Investition von 100 Euro.“

Ein Kommentar von Trainern:

Aus Gesundheitlichen Gründen werden kleinere und leichtere Bälle für die Jugendlichen empfohlen, aber nur zum Spielbetrieb, nach den Worten von Herrn Döring ja ausreichend. Also nutzen wir weiterhin zum Training die zu Großen und schweren Bälle. Dazu fällt einem wirklich nichts mehr ein …