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4.August 2017, Preußen-News
“Sportlich sieht es gut aus“ Kreisfußballwart Rainer Nagel bereiten aber die Doppelbelegungen der Plätze Probleme

Vor dem Rundenstart äußerte sich Frankfurts Kreisfußballwart Rainer Nagel im Gespräch mit Andreas Wagner zu den vorgenommenen Neuerungen, einem “leidigen“ Thema und einer positiven Entscheidung des Verbands.

Herr Nagel, sieben Ligen im Punktspielbetrieb: So umfangreich war der Kreis Frankfurt im Seniorenbereich noch nie aufgestellt. Wie kam das zustande?

RAINER NAGEL: Ab der Saison 18/19 sollen ohnehin alle Mannschaften in Konkurrenz spielen, so ist die überwiegende Tendenz beim Verband. Da es also kommt, haben wir das schon um ein Jahr vorgezogen.

Vier B-Klassen sind eine ungewöhnliche Lösung. Hätten sich nicht auch zwei C-Klassen als Unterbau angeboten?

NAGEL: Wir haben das auch gemacht, um das auszuprobieren. Wenn das nicht klappt, können wir später zwei C-Klassen einführen. Es ist natürlich auch unglücklich für die Gruppe 3 und 4, aus der nur eine Mannschaft aufsteigen kann, wenn die Erste Mannschaft aus der A-Klasse aufsteigt.

Mit Blick auf den Spielbetrieb mit 112 Männerteams nur auf Kreisebene, und dann kommen ja noch die Frauen- und die Jugendspielklassen dazu – sind Sie in organisatorischer Hinsicht mit der Lage in Frankfurt zufrieden?

NAGEL: Die organisatorische Lage ist die, dass es jedes Jahr schwieriger wird. Wir haben 36 Doppelbelegungen, und dann kommt da zum Beispiel noch der Süddeutsche Fußballverband mit den Frauen der Eintracht, die in der Regionalliga nach Nieder-Eschbach ausweichen müssen, weil es dort eine Tribüne gibt. So kann der TuS Nieder-Eschbach am Sonntag erst um 17.30 Uhr spielen. Alles in allem klappt das aber noch ganz gut. Wir sind aber jetzt auch an die Grenze gegangen, mehr Doppelbelegungen kann es nicht mehr geben. Sonst können wir den Spielbetrieb um 13 und 15 Uhr nicht mehr aufrechterhalten und müssten morgens um 11 spielen.

Wo muss, wo könnte man da ansetzen?

NAGEL: Bei der Sportstättenvergabe sollten der Kreisfußballwart und der Kreisjugendwart mit einbezogen werden. Das ist derzeit nicht der Fall. Es wird über die Sportplatzvergabe von Gremien bestimmt, die nicht nah dran sind.

Ein anderer Aspekt ist die Terminierung. Muss eigentlich immer in den Sommerferien gespielt werden und später dann schon wieder im Februar, wenn die äußeren Bedingungen nicht zu einem Sportplatzbesuch einladen? Die Amateurvereine leben ja auch von Zuschauereinnahmen.

NAGEL: Wir sind da nicht ganz unabhängig. Der Rahmenspielplan wird vom Verband beziehungsweise vom
Verbandsspielausschuss vorgegeben. Wir könnten die ersten beiden Spieltage nach hinten verlegen, was aber aufgrund der Sportplatzbelegung kaum machbar ist, da unter der Woche kaum mehr gespielt werden kann und zudem der Jugendspielbetrieb noch hinzukommt. Es gibt in Frankfurt allein über 530 Jugendmannschaften.

Themenwechsel: Der Verbandstag des Hessischen Fußball-Verbandes ist nun ein Jahr her. Es gab viele Änderungen, welche haben in der Praxis Spuren hinterlassen?

NAGEL: Spuren hinterlassen hat die Abschaffung der Passkontrolle.

Das ist ein leidiges Thema. In der vergangenen Saison gab es im Kreis einen gravierenden Betrugsfall, der auch entdeckt und geahndet wurde.

NAGEL: Wir haben in der vergangenen Saison einen Verein in die Haftung genommen und gesperrt. In einer Großstadt ist es schlecht, wenn keine Passkontrolle gemacht wird. Wir haben 71 Vereine in der Verbandsrunde, und es wird meines Erachtens zu viel manipuliert.

Reicht es, immer wieder “nur“ an die Fairness zu appellieren?

NAGEL: Das reicht natürlich nicht. Es muss auch von den Vereinen was kommen. Es gab zwar nicht mehr Vorfälle als in der vorletzten Saison, aber es kann noch besser werden. Jetzt kam es gerade bei einem Testspiel einer Reserve zu einem Spielabbruch.

Derlei Vorkommnisse sind glücklicherweise immer noch die Ausnahme. Wie fällt ihr Fazit der abgelaufenen Saison aus?

NAGEL: Wir müssen weiter daran arbeiten. Sportlich sieht es für den Kreis weiter gut aus, wir stellen in der Gruppenliga zum Beispiel die meisten Mannschaften. Das kann allerdings eine erhöhte Abstiegsgefahr nach sich ziehen. Im Großen und Ganzen sind wir im Kreisfußballausschuss zufrieden.

Der Kreis Frankfurt hat als erster das Händeschütteln vor dem Spiel eingeführt. Nun hat der Verband nachgezogen und den “sportlichen Gruß“ offiziell als Vorgabe verankert.

NAGEL: Ja, das hat sich in Frankfurt bewährt. Jetzt zieht der Verband nach. Das hat uns natürlich gefreut. Der HFV wollte es auch nach dem Spiel machen, das wurde aber erst mal hintenangestellt. Ich weiß nicht, ob das funktionieren würde.

Die Regionalliga spielt ja schon, der Spielbetrieb in Hessen beginnt nun offiziell. Was erwarten Sie von der neuen Saison?

NAGEL: Ich erwarte für die Eintracht, dass sie einen gesicherten Mittelfeldplatz erreicht, dass die Talfahrt des FSV nicht weiter anhält und er sich in der Regionalliga etabliert. Dass sich Rot-Weiss in der Hessenliga hält und die zwei Frankfurter Teams in der Verbandsliga und möglichst kein Frankfurter Verein aus der Gruppenliga absteigt. Ansonsten erwarte ich faire Spiele. Die Mitglieder des Kreisfußballausschusses werden jeden Sonntag bei Spielen vor Ort sein und sich anschauen, wie es läuft.

von Andreas Wagner (FNP)